ArchivDeutsches Ärzteblatt47/1996Spendenaufruf: Das Ärztedenkmal in Eisenach muß renoviert werden

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Spendenaufruf: Das Ärztedenkmal in Eisenach muß renoviert werden

Klinkhammer, Gisela

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LNSLNS Mitten in Eisenach steht, unweit des Luther-Denkmals und neben dem Diakonissenhaus, ein einmaliges Denkmal: Es erinnert an die gefallenen Ärzte des Ersten Weltkrieges und wurde anläßlich des 50. Deutschen Ärztetages vom Ärztevereinsbund errichtet, dem Vorgänger der heutigen Bundes­ärzte­kammer. Und die will sich, nachdem die Eisenacher Ärzte sie auf das Ärztedenkmal hingewiesen und der 100. Ärztetag im nächsten Jahr in Eisenach begangen werden soll, des Denkmals annehmen – mit einer zeitgemäßen Restaurierung und einer neuen Gedenktafel.
Unter großer Beteiligung der Ärzteschaft und der Bevölkerung wurde am 27. Juni 1926 das sogenannte Ärztedenkmal in Eisenach eingeweiht. Der Karlsplatz sei "schwarz vor Menschen" gewesen, berichtet MR Dr. med. Gerhard Friedrich Hasse, Stadtratsmitglied in Eisenach. Heute dagegen friste "das verwitterte und auch sonst geschädigte Denkmal" ein eher unauffälliges Dasein, über das selbst die meisten Eisenacher nichts Näheres wüßten. Anläßlich des 100. Deutschen Ärztetages 1997 in der thüringischen Stadt soll es sich wieder in einem ansehnlichen Zustand befinden. Für die Rekonstruktion werden rund 150 000 bis 200 000 Mark benötigt, die vornehmlich durch Spendengelder aufgebracht werden sollen.
Entworfen und geschaffen wurde das "einzige Ehrenmal in ganz Deutschland, das gefallenen Ärzten errichtet wurde", so Hasse, in den Jahren 1924 bis 1926 von Prof. Hugo Lederer aus Berlin. "Der Deutsche Aerztevereinsbund konnte keine bessere Wahl treffen", hieß es 1925 im Aerztlichen Vereinsblatt. "Schon die Entwürfe zeigen, dass mit dem Aerztedenkmal der Eisenacher Karlsplatz ein organisch gewachsenes Meisterwerk erhalten wird."
Das im Zweiten Weltkrieg durch Bombeneinschläge beschädigte Denkmal wurde 1949/50 in vereinfachter Form wiederhergestellt. Mangelnde Pflege und Verwitterung führten jedoch nach Angaben des Thüringischen Landesamtes für Denkmalpflege zu "einem dringenden Instandsetzungsbedarf". 1951 stand sogar der Abriß zur Debatte. Die Stadtverordnetenversammlung schrieb an den damaligen DDR-Innenminister Gebhardt: "Das auf dem Karlsplatz . . . stehende Ärztedenkmal hatte in Bevölkerungskreisen Anstoß erregt wegen seiner lateinischen Aufschrift: Dulce et decorum est pro patria mori (Süß und ehrenvoll ist’s, fürs Vaterland zu sterben). Eines Nachts waren die Buchstaben herausgebrochen . . . Es tauchte die Frage auf, ob das Denkmal jetzt stehen bleiben könne." Nach einer längeren Debatte habe die Gemeindevertretung den Abriß beschlossen. Gegen diese Pläne erhob das Präsidium des Deutschen Ärztetages in Bonn telegraphisch Einspruch und bat um die Erhaltung des Denkmals, woraufhin Gebhardt dem Eisenacher Stadtrat mitteilte, daß vorerst keine Veranlassung bestehe, es zu beseitigen.
Aus Anlaß der zehnten Jahrestagung der "Arbeitsgemeinschaft Christlicher Ärzte der DDR" wurde 1988 ein Versuch unternommen, das Denkmal zu rekonstruieren, der jedoch nur teilweise gelungen sei, so Hasse. Nun soll das Ärztedenkmal wieder in eine "würdige Form gebracht werden und mit einer neuen Inschrift auch der Opfer des Zweiten Weltkrieges und von Gewaltherrschaft schlechthin" gedenken, schrieb Prof. Dr. med. Eggert Beleites, Präsident der Lan­des­ärz­te­kam­mer Thüringen, im Thüringischen Ärzteblatt.


Spendenkonto
Da es sich um ein "anerkanntes Denkmal" handelt, hat sich die Deutsche Stiftung Denkmalschutz für eine Abwicklung der Spendenaktion zur Verfügung gestellt. Bankverbindung: Deutsche Bank, Konto 231 217 100, BLZ 380 700 59, Kennziffer: 150 155 (Bitte unbedingt angeben!). Kli

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