ArchivDeutsches Ärzteblatt PP12/2003Katathym-imaginative Therapie: Ähnlich effektiv wie andere Methoden

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Katathym-imaginative Therapie: Ähnlich effektiv wie andere Methoden

PP 2, Ausgabe Dezember 2003, Seite 568

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LNSLNS Die Katathym-imaginative Psychotherapie (KIP) ist ein tiefenpsychologisch fundiertes Therapieverfahren, bei dem mit Imaginationen gearbeitet wird. Bisher liegen zwar viele Fallschilderungen vor, doch kontrollierte Wirksamkeitsstudien sind rar. Daher regte die Deutsche Gesellschaft für Katathym-imaginative Psychotherapie (DGKIP) eine Studie zur Wirksamkeit der KIP im ambulanten Bereich an, die von der Abteilung Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universität Ulm durchgeführt wurde. An der Studie beteiligten sich 30 KIP-Therapeuten und 66 Patienten. Davon waren 53 Frauen und 13 Männer im Alter von 18 bis 60 Jahren. 62 Prozent der Patienten hatten eine depressive Erkrankung, zehn Prozent litten unter einer Angststörung. Weitere Diagnosen waren Persönlichkeits-, Ess- und Zwangsstörungen sowie psychosomatische Beschwerden. Im Durchschnitt hatten die Patienten 73,4 Therapiestunden erhalten. Die Therapeuten erstellten zusammen mit den Patienten im Schnitt jede dritte bis vierte Stunde ein katathymes Bild. Die anderen Stunden wurden für Deutungen und Gespräche verwendet. Die Therapie zeigte Erfolg: Die körperlichen Symptome und die psychische Befindlichkeit verbesserten sich und näherten sich dem Normalbereich an. Auch nach 18 Monaten waren die Verbesserungen noch nachweisbar. Die Aussagekraft der Studie wird eingeschränkt durch zahlreiche Drop-outs und fehlende Daten. Dennoch sagen die Autoren: „Die KIP erweist sich als ähnlich effektiv wie andere Psychotherapieformen.“ ms

von Wietersheim J, Wilke E, Röser M, Meder G: Ergebnisse der Katathym-imaginativen Psychotherapie. Psychotherapeut 2003; 48: 3: 173–178.

Prof. Dr. Jörn von Wietersheim, Abteilung Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Universität Ulm,
Am Hochsträß 8, 89081 Ulm, joern.vonwietersheim@ medizin.uni-ulm.de
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