ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2003Pflege: Nicht mehr zeitgemäß

AKTUELL

Pflege: Nicht mehr zeitgemäß

Dtsch Arztebl 2003; 100(50): A-3274

Clade, Harald

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Auswirkungen des neuen Sozialgesetzbuches XII
Der Arbeitgeber- und Berufsverband Privater Pflege e.V., Hannover, hat den Gesetzentwurf zur Reform des Sozialhilferechts kritisiert, weil der Grundsatz von „ambulant vor stationär“ nicht gestärkt werde. Der Vorrang der Wohlfahrtspflegeeinrichtungen zementiere die bisherigen Vorschriften und sei nicht mehr zeitgerecht, so der Verband. Private Pflegeeinrichtungen könnten ebenso die Aufgaben im Bereich der Sozialhilfe – insbesondere die Hilfe zur Pflege – erfüllen; diese beanspruche 60 Prozent aller Einrichtungen.
Die Leistung „Hilfe zur Pflege“ soll nach dem Gesetzentwurf künftig auf Antrag des Anspruchsberechtigten auch als Teil eines trägerübergreifenden persönlichen Budgets erbracht werden können. Dadurch soll dem Pflegebedürftigen ein größerer Entscheidungs- und Gestaltungsraum hinsichtlich des Zeitpunktes der Leistungserbringung und bei der Auswahl des Leistungserbringers eingeräumt werden. Durch eine bessere Auslastung alternativer Wohnformen soll eine kostenaufwendigere stationäre Betreuung weitgehend vermieden werden.
Ein Widerspruch sieht der Verband Privater Pflege darin, dass das Vorrangigkeitsprinzip der ambulanten Leistungen dann nicht gelte, wenn eine Leistung für eine geeignete stationäre Einrichtung zumutbar und eine ambulante Leistung mit unverhältnismäßigen Mehrkosten verbunden wäre. In praxi werde der Begriff der „Unverhältnismäßigkeit“ nicht einheitlich interpretiert, sondern vielmehr je nach Finanzsituation der Kommune ausgelegt. HC
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema