ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2003EBM 2000plus: Das Schiedsamt entscheidet

POLITIK

EBM 2000plus: Das Schiedsamt entscheidet

Dtsch Arztebl 2003; 100(50): A-3279 / B-2729 / C-2549

Maus, Josef

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LNSLNS Während die gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen der nächsten Jahre durch die Verabschiedung des GKV-Modernisierungsgesetzes mehr oder weniger klar sind, steht die Entscheidung für die neue Gebührenordnung der Kassenärzte noch aus. Der Erweiterte Bewertungsausschuss, das Schiedsamt der Spitzenverbände der Krankenkassen und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung auf Bundesebene, entschied über den neuen EBM 2000plus am 10. Dezember – vier Tage nach der Ver­tre­ter­ver­samm­lung (und auch nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe).
Dr. med. Manfred Richter-Reichhelm konnte den Delegierten daher auch nur die Ausgangslage für den Erweiterten Bewertungsausschuss darlegen. Der KBV-Vorsitzende erläuterte, dass die Struktur und die Leistungslegenden der neuen Gebührenordnung bereits im Vorfeld im Konsens mit den Krankenkassen vereinbart werden konnten. Richter-Reichhelm wertete dies als großen Erfolg der Verhandlungskommission der Ärzte. Auch die strittigen drei Kapitel (Urologie, Ophthalmologie und Pneumologie) seien zwischenzeitlich der Systematik der anderen EBM-Kapitel angepasst worden.
Richter-Reichhelm: „Es wird letztlich nur auf die zentrale Entscheidung des Erweiterten Bewertungsausschusses hinauslaufen, mit wie viel Cent die kalkulatorische Arztminute vergütet werden soll.“ Die Bewertung war von vornherein der zentrale Streitpunkt zwischen Kassen und KBV. „Ich hoffe“, sagte der KBV-Vorsitzende, „dass unsere Argumente stichhaltig sind und wir einen Spruch bekommen, der unseren Erwartungen entspricht.“
Neben der Bewertung der Arztminute gab es einen weiteren zwischen Krankenkassen und KBV umstrittenen Punkt: Die Frage, wie und wo die Mengensteuerung der ärztlichen Leistungen geregelt werden soll. Hier konnte Richter-Reichhelm schon vor dem Treffen des Erweiterten Bewertungausschusses Entwarnung geben: „Die unselige frühere Forderung der Kassen nach einer Mengensteuerung im EBM im Sinne von Praxisbudgets ist vom Tisch.“ Die künftige Mengensteuerung wird also, wie von den Kassenärztlichen Vereinigungen gefordert, regional erfolgen. Der EBM 2000plus soll am 1. Juli 2004 in Kraft treten. JM
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