ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2003Abschied von der KBV: Dank an Rainer Hess

POLITIK

Abschied von der KBV: Dank an Rainer Hess

Maus, Josef

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Herzliche Worte, die die Delegierten mit stehenden Ovationen bedachten: KBV-Vorsitzender Dr. med. Richter-Reichhelm verabschiedet Dr. jur. Rainer Hess.
Herzliche Worte, die die Delegierten mit stehenden Ovationen bedachten: KBV-Vorsitzender Dr. med. Richter-Reichhelm verabschiedet Dr. jur. Rainer Hess.
Der langjährige Hauptgeschäftsführer wird Vorsitzender des neuen Bundes­aus­schusses.

Neuer Hauptgeschäftsführer der KBV: Dr. med. Andreas Köhler folgt auf Hess.
Neuer Hauptgeschäftsführer der KBV: Dr. med. Andreas Köhler folgt auf Hess.
Als die mehr als hundert Delegierten sich von ihren Plätzen erhoben, um Dr. jur. Rainer Hess stehend Beifall zu spenden, wirkte dieser fast ein wenig beschämt. Die minutenlangen Ovationen galten jedoch einem Mann, der seit Jahrzehnten die Geschicke der Kassenärzte maßgeblich mitgestaltet hat. Rainer Hess, seit 1971 zunächst als Justiziar der gemeinsamen Rechtsabteilung von Bundes­ärzte­kammer und KBV und von 1988 an als Hauptgeschäftsführer der Kassenärztlichen Bundesvereinigung im Dienste der Ärzteschaft, tritt am 1. Januar 2004 ein neues Amt an: Hess wird der Unparteiische Vorsitzende des neuen Gemeinsamen Bundes­aus­schusses.
Dieser Wechsel an die Spitze des einflussreichen Gremiums ist insofern ein bemerkenswerter Vorgang, als Rainer Hess vordergründig betrachtet als „Lobbyist“ der niedergelassenen Ärzteschaft betrachtet werden könnte. Dennoch haben sich sowohl die Krankenkassen als auch die Deutsche Krankenhausgesellschaft und die Zahnärzte einvernehmlich auf den langjährigen KBV-Hauptgeschäftsführer als neuen Vorsitzenden des Bundes­aus­schusses geeinigt. Auch das Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung hat diese Wahl akzeptiert, sogar ausdrücklich begrüßt. „Dies ist ein Zeichen der Anerkennung für die Unbestechlichkeit, die Geradlinigkeit und die Ausgleichskraft von Rainer Hess, wenn auch seine bisherigen Kontrahenten ihm dieses Vertrauen erweisen“, sagte Dr. med. Manfred Richter-Reichhelm. Tatsächlich habe sich Hess niemals als „nackter Lobbyist“ verstanden, sondern er habe stets über den Tellerrand hinaus geschaut und dabei das Ganze im Auge gehabt. Richter-Reichhelm: „Und gerade das hat ihm Tür und Tor geöffnet: in der Politik auf Bundes- und Landesebene und bei den Vertragspartnern.“
Zum Abschied aus dem Amt gab es für Rainer Hess einige Geschenke mit symbolischer Kraft: ein Stethoskop, einen Augenspiegel und einen Reflexhammer. Diese ärztlichen Utensilien sollten die Verbundenheit mit dem scheidenden KBV-Hauptgeschäftsführer ausdrücken und ihm zugleich im übertragenen Sinne als „Rüstzeug“ für die neue Funktion dienen.
Nachfolger von Hess wird Dr. med. Andreas Köhler, den die Ver­tre­ter­ver­samm­lung mit aufmunterndem Beifall begrüßte. Er ist den Delegierten kein Unbekannter, denn Köhler, den der Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung einstimmig zum neuen Hauptgeschäftsführer ernannt hat, war zuvor Honorardezernent der KBV. Er hat maßgeblich den neuen EBM 2000plus entwickelt, der nun im Erweiterten Bewertungsausschuss entschieden werden soll. „Andreas Köhler“, sagte Richter-Reichhelm, „ist ein ähnliches ,Arbeitstier‘ wie Rainer Hess. Unser neuer Hauptgeschäftsführer ist kein Jurist, aber auch er bringt vorzügliche Qualitäten für diese Aufgabe mit. Er ist neben seiner ärztlichen Profession Ökonom und Betriebswirt und deshalb für die leider immer mehr ökonomisch ausgerichtete Medizin ein hervorragender Vertreter unserer Belange.“ Josef Maus
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