ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2003Lexikon der Infektionskrankheiten des Menschen

BÜCHER

Lexikon der Infektionskrankheiten des Menschen

Dtsch Arztebl 2003; 100(50): A-3306 / B-2751 / C-2571

Darai, G.; Handermann, M.; Hinz, E.; Sonntag, H.-G.

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS
Infektiologie
Rascher Zugriff auf Infektionserreger
G. Darai, M. Handermann, E. Hinz, H.-G. Sonntag (Hrsg.): Lexikon der Infektionskrankheiten des Menschen. Erreger, Symptome, Diagnose, Therapie und Prophylaxe. 2., vollständig überarbeitete und aktualisierte Auflage, Springer-Verlag, Berlin, Heidelberg u. a., 2003, XX, 814 Seiten, 5 Abbildungen, 33 Tabellen, gebunden, 129,95 €
Der Titel dieses von einer Heidelberger Autorengruppe herausgegebenen Lexikons ist etwas irreführend; denn es handelt sich vielmehr um ein Lexikon der Infektionserreger. Diese stellen das Ordnungsprinzip des Buches dar. In den Unterkapiteln „Erregerbezeichnung“, Synonym“, „Taxonomie“ und „Historie“ werden die einzelnen Erreger charakterisiert. Danach folgen die Abschnitte „Differenzialdiagnostik“, „Labordiagnostik“, „Therapie“ und „Spezifische Merkmale“. Am Ende werden dann noch „Referenzzentren, Expertenlaboratorien und Web-Adressen“ sowie einige Literaturhinweise unter „Schlüsselliteratur“ angegeben.
Die Stärken des Buches liegen in der ausführlichen und detaillierten mikrobiologischen Charakterisierung der Erreger. Will man sich beispielsweise über Chlamydien als Infektionserreger bei Pneumonien informieren, so erhält man unter dem entsprechenden Kapitel eine genaue Beschreibung von Chlamydia pneumoniae. Eine Antwort auf die Frage, ob und wie man eine akute Chlamydien-Pneumonie serologisch diagnostizieren kann, erhält man jedoch nicht. Hier würde man sich etwas stärker an klinisch-praktischen Bedürfnissen orientierte Ausführungen wünschen. Zahlreiche weitere Beispiele hierfür, die bei der Durchsicht des Buches auffallen, lassen sich anführen.
Die mikrobiologischen beziehungsweise virologischen Abschnitte sind informativ und besonders dort sehr hilfreich, wo die Vielfalt der Erreger nur für den Spezialisten überschaubar ist (Beispiele: Papillomaviren, Bunyaviren). In den Abschnitten zur Diagnostik und Therapie vermisst man jedoch häufig wichtige weiterführende Informationen. So werden bei der Tuberkulose-Diagnostik molekularbiologische Nachweismethoden genannt, über deren Stellenwert und Einsatzmöglichkeit erfährt man jedoch nichts. Und die Therapie der Staphylococcus-aureus-Infektionen, die zu den häufigsten und klinisch bedeutsamsten Infektionen zählen, wird äußerst knapp und kursorisch beschrieben. Im Zweifelsfall wird man sich hier nicht orientieren können.
Eine ausgesprochene Stärke des Buches ist die Angabe von Speziallaboratorien und Referenzzentren für die einzelnen Erreger. Hierdurch hat man die Möglichkeit, sich rasch mit den jeweiligen Experten in Verbindung zu setzen, sofern dies notwendig ist.
Das Buch eignet sich besonders für diejenigen Ärzte, die sich rasch über die verschiedenen Krankheitserreger orientieren wollen und die weiterführende Informationsquellen suchen. Gerd Fätkenheuer
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema