ArchivDeutsches Ärzteblatt50/2003Asthmakranke Kinder: Optimierte Therapie durch Stufenplan

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Asthmakranke Kinder: Optimierte Therapie durch Stufenplan

Dtsch Arztebl 2003; 100(50): A-3331

Hoc, Siegfried

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LNSLNS Asthma ist die häufigste Erkrankung bei Kindern. Bereits im Alter von sechs Jahren sind acht Prozent von ihnen betroffen. Neben Erbfaktoren spielt für die Entwicklung einer allergischen Sensibilisierung und den Verlauf einer Atemwegserkrankung bei Kindern offensichtlich Exposition gegenüber Umweltallergenen eine wichtige Rolle.
Erwiesen ist, dass Asthma bei Kindern aus urbanen Zentren häufiger vorkommt als bei Kindern aus ländlichen Bereichen. Übertriebene Hygiene, die den Kontakt von Säuglingen und Kleinkindern mit Infektionserregern stark eingeschränkt habe, fördere die Bereitschaft des Immunsystems zu atopischen Reaktionen, erläuterte Prof. Dieter Kiosz (Amrum).
Inzwischen ist gesichert, dass die Schadstoffbelastungen in Innenräumen gegenüber dem „outdoor climate“ heute häufiger als Asthmaauslöser infrage kommen. Hier spielen Staub, Hausstaubmilben, Tierepithelien, chemische Reize durch Farben, Beizen und Fußbodenbeläge, aber auch Pseudoallergene, wie bestimmte Arzneimittel, eine Rolle. Nach Angabe von Dr. Ernst Rietschel (Köln) zeigen die TBC-Impfung und die Gabe von Probiotika einen protektiven Effekt. Als Triggerfaktor für Asthma bei Kindern hat sich das Passivrauchen erwiesen.
Asthma bronchiale bei Kindern verläuft überwiegend episodenweise. Im Sommer häufen sich die Beschwerden durch den Pollenflug, im Winter durch Atemwegsinfektionen. Diese Besonderheit berücksichtigte die Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie bei der Entwicklung eines neuen Therapieschemas. Es wurde auch in die Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Kinderheilkunde und Jugendmedizin übernommen.
Fixkombination steigert die Compliance
Prof. Carl Peter Bauer (Gaißach/Bad Tölz) erläuterte dieses Schema: Sporadisches Asthma, das höchstens alle zwei Monate auftritt, wird nur bei Bedarf mit kurz wirkenden Beta-2-Mimetika behandelt. Episodisches Asthma (mindestens alle zwei Monate), das dem Schweregrad 2 zugerechnet wird, bedarf einer antientzündlichen Dauertherapie mit Cromonen (DNCG oder Nedocromil) oder mit Leukotrienantagonisten für vier bis acht Wochen, zusätzlich zur Gabe von Beta-Adrenergika. In vielen Fällen sind auch inhalative Steroide indiziert. Als compliancefördernd hat sich das Präparat Aarane® N erwiesen, eine
fixe Kombination aus dem kurz wirkenden Beta-2-Mimetikum Reproterol und Cromoglicinsäure-Dinatrium (DNCG). Das Medikament sollte dann eingesetzt werden, wenn die Wirkung von DNCG allein nicht ausreicht. Nur wenn sich das Asthma gravierend verschlimmert, muss auf cortisonhaltige Präparate zurückgegriffen werden. Siegfried Hoc
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