ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2003Rund ums Geld: Jede Menge Einsparpotenziale

VARIA: Schlusspunkt

Rund ums Geld: Jede Menge Einsparpotenziale

Dtsch Arztebl 2003; 100(51-52): [72]

Rombach, Reinhold

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LNSLNS Vielleicht wäre die Ruhe zwischen den Tagen eine gute Gelegenheit, über schlummernde Einsparpotenziale nachzudenken und auch mal den einen oder anderen eingefahrenen Weg kritischer Betrachtung zu unterziehen.
Immer wieder werde ich etwa um Rat gefragt, wenn die Bank zu Fondswechseln rät, ob das denn sinnvoll sei. Der Anleger, frustriert ob des bereits erreichten hohen Verlustes im alten Fonds, hält es denn auch ernsthaft für möglich, dass der Fonds, in den umgeschichtet werden soll, die Miesen schnell wieder gutmachen wird.
Was für eine fatale Fehleinschätzung! Das Normale wäre doch eher, dem Anlageberater, der zur Umschichtung rät, seine alte Fehlinvestition um die Ohren zu hauen, verbal natürlich nur.
Das Vertrauen ins Wertpapier-Know-how der Banker scheint dermaßen ungebrochen, dass ein Nichtbefolgen der Empfehlung fast als ungehörig empfunden wird.
Zur Entscheidungsfindung mag hier beitragen, dass etliche dieser Umschichtungsvorschläge mit dem Kunden selbst herzlich wenig zu tun haben, sondern es (der Bank) schlichtweg darum geht, zusätzliche Erträge zu generieren. Hinter vorgehaltener Hand höre ich von manchem Berater, dass ihm vorgegeben wird, welche Fonds er zu pushen habe.
Wer ganz auf Fonds verzichtet und in die Direktanlage einsteigt, kann einen ziemlich großen Kostenblock zugunsten einer besseren Rendite ausnutzen, wenngleich zulasten der Bequemlichkeit. Dennoch halte ich den Aufwand bei der Direktinvestition im Verhältnis zum Mehr-
ertrag für sehr beachtlich. Ein Depot bei einer Direktbank bringt zudem weiteres Einsparvolumen.
Viele scheuen sich aber, das Depot auf eine andere Bank zu verlagern, weil oft mit enormen Gebühren des Wertpapierübertrags „gedroht“ wird. Dieser Knute muss sich der Wechselwillige jedoch keineswegs unterwerfen. Das Landgericht Stuttgart (Az.: 20 O 101/03) hat nämlich festgestellt, dass die Übertragung von Wertpapieren auf ein anderes Depot nichts kosten darf. Jetzt fehlt nur noch der Hinweis für die Käufer von Festverzinslichen, sich möglichst kurzfristig zu binden und bei Krediten ganz lange Laufzeiten zu bevorzugen. So viel Einsparpotenzial bringen selbst die besten Steuersparmodelle nie und nimmer auf.
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