ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2003Heiterkeit als Lebenseinstellung: Philosophie im Alltag und am Arbeitsplatz

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Heiterkeit als Lebenseinstellung: Philosophie im Alltag und am Arbeitsplatz

Dtsch Arztebl 2003; 100(51-52): [72]

Gabor, Manfred

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Das „positive Denken“ als Weg zum Erfolg und Wohlbefinden wird in zahlreichen Büchern und Zeitschriften dargestellt. Ist diese Einstellung richtig oder falsch? Oder haben die Philosophen Recht, die im Richtigen das Falsche sehen?
Sollen wir uns ganz dem Trend des propagierten „positiven Denkens“ ausliefern? Sollen wir den Ernst des Lebens leugnen und verdrängen?
Ständiger Optimismus ist oberflächlich. Müssen und können wir immer nur fröhlich sein? Heiter sollten wir sein! Heitere Menschen wandern zwischen Glück und Leid, Freude und Trauer, Witz und Wehmut – sind Lebenskönner, nicht Lebenskünstler. Glück ist nicht ständiges Genießen des Angenehmen, Lustvollen, Positiven (wie das die Lebenskünstler meinen und tun) – sondern auch das Hinnehmen von Unangenehmem, Schmerzlichem, Negativem (was die Lebenskönner charakterisiert). Heiterkeit ist eine ausgeglichene Einstellung zum Leben mit seinem Glanz und Schatten, ist die gesündeste Einstellung, die das Immunsystem stärkt und dadurch die Lebensqualität – auch am Arbeitsplatz – verbessert. Also: nicht jammern, sondern heiter sein. Heiterkeit als Lebenseinstellung! Im Richtigen auch das Falsche, im Falschen auch das Richtige sehen – denn zu jedem Leben gehört Richtiges und Falsches.
Und an „Problemen“ scheitern? Es gibt keine Probleme – nur Aufgaben, die zu lösen sind! „Du hast Ahnung“ – wurde mir auf diese Feststellung auf der Intensivstation eines Krankenhauses gesagt. „Habe ich Ahnung?“ – frage ich mich. Oder sehe ich tatsächlich im Richtigen das Falsche und im Falschen das Richtige?
Dr. med. Manfred Gabor
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