ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2003Organtransplantation: Lebendspenden erleichtert

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Organtransplantation: Lebendspenden erleichtert

Dtsch Arztebl 2003; 100(51-52): A-3344 / B-2784 / C-2604

afp

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Nierentransplantation: Nach dem Transplantationsgesetz ist die Spende von Organen nur zulässig unter Verwandten, Ehegatten, Verlobten oder anderen besonders nahestehenden Personen. Foto: dpa
Nierentransplantation: Nach dem Transplantationsgesetz ist die Spende von Organen nur zulässig unter Verwandten, Ehegatten, Verlobten oder anderen besonders nahestehenden Personen. Foto: dpa
Das Bundessozialgericht macht den Weg zu so genannten Überkreuz-Spenden frei.
Das Bundessozialgericht in Kassel hat die Lebendspende von Nieren erleichtert. Mit einem am 10. Dezember verkündeten Grundsatzurteil machten die Richter befreundeten Paaren den Weg für die so genannte Überkreuz-Spende frei. Dabei spendet der jeweils gesunde Partner seine Niere dem kranken Partner des anderen Paares, weil eine direkte Spende für den eigenen Partner wegen Blut-Unverträglichkeit nicht möglich ist. Nach dem Kasseler Urteil müssen Spender und Empfänger nicht jeweils durch eine gemeinsame Lebensplanung verbunden und auch nicht offenkundig befreundet sein. Sind die nun leichteren Voraussetzungen erfüllt, müssen Krankenkassen und Versorgungsbehörden die Transplantation bezahlen (Az.: B 9 VS 1/01 R). Nach dem Transplantationsgesetz ist die Lebendspende von Organen nur zulässig unter Verwandten ersten oder zweiten Grades, Ehegatten, Verlobten oder durch „andere Personen, die dem Spender in besonderer persönlicher Verbundenheit offenkundig nahe stehen“. Diese Bedingung kann nach Ansicht des Bundessozialgerichts jedoch auch bei einer Überkreuz-Spende erfüllt sein. Es reiche aus, wenn „die fachkundigen Personen, die sich im Vorfeld der Operation mit den Spendern und Empfängern befasst haben“, deren enge Verbundenheit erkennen. Den konkreten Fall soll nach dem Kasseler Urteil nun die Vorinstanz nochmals untersuchen. Mit dem Grundsatzurteil ist der Weg für Überkreuz-Spenden wieder offen. Die nun aufgehobenen Entscheidungen der Vorinstanzen hätten nahezu zu einem Stopp solcher Transplantationen geführt, sagte der Vorsitzende der Ständigen Kommission Organtransplantation der Bundes­ärzte­kammer, Prof. Dr. med. Hans-Ludwig Schreiber. afp
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