ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2003Fortbildung: Nicht betteln und gleichzeitig verteufeln

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Fortbildung: Nicht betteln und gleichzeitig verteufeln

Dtsch Arztebl 2003; 100(51-52): A-3370 / B-2808 / C-2626

Schirop, Thea

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LNSLNS . . Es ist begrüßenswert, oder man kann es auch bedauern, dass jetzt die Fortbildung Pflicht werden soll beziehungsweise muss, um eine Qualität zu sichern. In dem genannten Artikel wird nun § 95 d (l) des Gesetzentwurfs angesprochen, der eine „Sprengwirkung“ ent-
halten soll. Die Fortbildungsinhalte müssen frei von wirtschaftlichen Interessen sein! Und hier setzt meine Kritik an: Wir sollten nicht nach vorn scheinheilig tun, als seien wir unabhängig von der Industrie, und nach hinten die Hand aufhalten, damit die Industrie Geld in einen Pool gibt. Grund dafür soll sein, dass die Ärzte kostengünstig ihre Fortbildung erhalten. Meines Erachtens ist es Aufgabe eines jeden Veranstalters, mit der Industrie Absprachen zu finden, dass eine Produktneutralität gewahrt bleibt.
Anders ausgesprochen bin ich durchaus ein Verfechter eines Pool-Systems: Nur dann sollten die ärztlichen Gremien, wie BÄK/KV/ärztliche Gesellschaften und Vereine, und davon gibt es ja viele, in den Pool einzahlen und damit einen Grundstock legen. Man kann nicht betteln und gleichzeitig verteufeln. Die Ärztekammern haben heute in ihren Fortbildungsausschüssen und Beiräten zur Zertifizierung genug Möglichkeiten zu differenzieren, was als echte Fortbildung ohne Produktwerbung abläuft. Wenn man die Dinge so stringent darstellt, müssen Geldquellen neutral erschlossen werden; dies dürfte wohl in der derzeitigen finanziellen Situation schwer darzustellen sein. Unabhängigkeit kann man haben, wenn man Geld investiert!
Dr. med. Thea Schirop,
Berliner Diabetes-Gesellschaft, Uhlandstraße 173/174, 10719 Berlin
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