ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2003Polikliniken: Gut funktionierendes System zerschlagen

BRIEFE

Polikliniken: Gut funktionierendes System zerschlagen

Dtsch Arztebl 2003; 100(51-52): A-3372

Götzinger, G.

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Ich habe die Arbeit in vier Polikliniken miterlebt und kann mich nur zufrieden äußern, was die Kollegialität der Ärzte miteinander und die sorgenfreiere Arbeit am Patienten anging. Wir hatten gemeinsame Dienstbesprechungen, vertraten uns untereinander, berieten einander, hatten durch eine leitende Schwester weniger Personalprobleme, hatten Labor, Röntgen und Physiotherapie im gleichen Haus. Wir brauchten keinen Steuerberater und Rechtsanwalt und fürchteten nicht die existenzbedrohende Regresskeule.
Die Versorgung der Patienten war nicht besser oder schlechter in den Polikliniken als in dem jetzigen Versorgungssystem. Sicher war die Vergütung der Arbeit nicht leistungsgerecht (ist sie es heute?), aber der ideelle Lohn war uns die Zufriedenheit unserer Patienten. Jetzt ist der politische Druck weg, aber der finanziell schwerwiegendere allgegenwärtig!
Leider haben Negativstimmen nach dem Mauerfall – auch von Ostkollegen – ein meiner Meinung nach gut funktionierendes System zerschlagen. Die „Freiheit“ und das große Geld lockten. Aber die „teure“ Wahrheit ließ manchen Traum bitter zerplatzen auf dem harten Boden der bundesdeutschen Wirklichkeit . . .
Dr. med. G. Götzinger,
Eilper Straße 101, 58092 Hagen
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige