ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2003Therapie-Profile für die Kitteltasche

BÜCHER

Therapie-Profile für die Kitteltasche

Dtsch Arztebl 2003; 100(51-52): A-3374 / B-2811 / C-2629

Lennecke, Kirsten; Lengeling, Silke; Hagel, Kirsten; Grasmäder, Katja; Liekweg, Andrea

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Therapie-Profile
Für Ärzte ungeeignet
Kirsten Lennecke, Silke Lengeling, Kirsten Hagel, Katja Grasmäder, Andrea Liekweg: Therapie-Profile für die Kitteltasche. Orientiert an den Leitlinien der Fachgesellschaften. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart, 2003, 704 Seiten, 105 Tabellen, 83 Schemata, PVC-Deckel – Kunststoff flexibel, 39,80 €
Die „Therapie-Profile“ richten sich in erster Linie an Apotheker. Dies zeigt sich bereits in der Auswahl der Themen: Hypercholesterinämie und Hypertriglyzeridämie (für Mediziner kein eigenständiges Krankheitsbild) stehen hier gleichwertig neben der Hypertonie. Zu Kopfschmerzen, derentwegen sich die Patienten häufig direkt an den Apotheker wenden, gibt es sechs Leitlinien (wenn man die Migräne einschließt). Das gesamte Feld der Onkologie (eher kein Grund zur Selbstmedikation) wird dagegen in einem einzigen Kapitel abgehandelt. Das ist aus Sicht der Apotheker verständlich. Für Ärzte ist das Buch aber aus dem gleichen Grund ungeeignet.
Schade ist, dass der Apotheker in den einzelnen Kapiteln nur wenig über
die Krankheitsbilder erfährt. Umso mehr Platz nehmen Angaben zu den Medikamenten, ihren Neben- und Wechselwirkungen sowie den Kontraindikationen ein. Dies sind Angaben, die der Apotheker so auch der Roten Liste entnehmen könnte. Dort hat der Apotheker dann auch die Auswahl unter verschiedenen Präparaten sowie deren Preisen. Im Buch wird nur exemplarisch ein Präparat ohne Preisangabe (und ohne Begründung für die Präferenz) erwähnt. Wie stark der Blickwinkel auf Medikamente eingeschränkt ist, zeigt sich im Kapitel Herzinfarkt. Revaskularisierende Maßnahmen werden mit keinem Wort erwähnt. Die Literaturangaben (Rote Liste, zweimal Pschyrembel, Mutschler) offenbaren hier die Hilflosigkeit der Autoren.
Fast möchte man das Buch doch in erster Linie Ärzten empfehlen (wegen der zusammenfassenden Angaben zu den Medikamenten) und Apothekern eher zu einem Band aus einem medizinischen Fachverlag raten. Beide könnten so am besten ihren Horizont erweitern. Rüdiger Meyer
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