ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2003Kaiserschnitt könnte Risiko für zukünftige Totgeburten erhöhen

MEDIZIN: Referiert

Kaiserschnitt könnte Risiko für zukünftige Totgeburten erhöhen

Dtsch Arztebl 2003; 100(51-52): A-3395 / B-2830 / C-2648

Seger, Gabriele

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Sectio caesarea.Titelbild zu: Bremerich DH, Kaufmann M, Dudziak, R: Geburtshilfliche Anästhesie – Von den Anfängen zu den modernen heutigen Verfahren:“Ladies, this is no humbug.“ Dtsch Artzebl 2001; 99: A 834–838 [Heft 13].
Sectio caesarea.Titelbild zu: Bremerich DH, Kaufmann M, Dudziak, R: Geburtshilfliche Anästhesie – Von den Anfängen zu den modernen heutigen Verfahren:“Ladies, this is no humbug.“ Dtsch Artzebl 2001; 99: A 834–838 [Heft 13].
Die Ergebnisse einer britischen Studie deuten darauf hin, dass sich für Mütter, die ihr erstes Kind durch Kaiserschnitt entbunden haben, das Risiko für eine Totgeburt in einer zweiten Schwangerschaft möglicherweise verdoppelt, wenngleich das absolute Risiko mit etwa 1 zu 1 100 Fällen niedrig ist.
Ein Kaiserschnitt ist mit einem erhöhten Risiko für plazentale Störungen während zukünftiger Schwangerschaften assoziiert, die Auswirkungen auf die Totgeburtenrate sind jedoch bisher nicht bekannt. Zur Untersuchung der Frage, ob ein vorhergehender Kaiserschnitt ein erhöhtes Risiko für eine Totgeburt nach sich zieht, analysierten die Wissenschaftler die Daten von 120 000 Geburten, die zwischen 1992 und 1998 in Schottland registriert wurden.
Bei Frauen, die schon einmal per Kaiserschnitt entbunden hatten, lag der Anteil an Totgeburten höher (2,4 Totgeburten pro Woche pro 10 000 Frauen) als bei Frauen, die ihr Kind vormals auf natürlichem Weg zur Welt gebracht hatten (1,4 Totgeburten pro Woche pro 10 000 Frauen). Das erhöhte Risiko für eine Totgeburt, die meist keinen erkennbaren Grund hatte, begann bei Frauen, die ihr erstes Kind per Kaiserschnitt entbunden hatten, etwa in der 34. Schwangerschaftswoche. Das Risiko für eine Totgeburt stand nicht in Zusammenhang mit dem Grund für den Kaiserschnitt bei der ersten Entbindung. Diese Ergebnisse, kommentiert Gordon Smith, sind relevant für die Frauen, die einen Kaiserschnitt in
Erwägung ziehen und weitere Schwangerschaften planen. Bei Steißgeburten reduziert ein Kaiserschnitt das Risiko vorgeburtlicher Erkrankungen und Todesfälle. Das absolute Risiko, das Kind durch eine vaginale Steißgeburt zu verlieren, liegt bei etwa 8,3 pro 1 000 Geburten. Bei einem Kaiserschnitt ohne klaren Geburtshilfevorteil, wie zum Beispiel beim Kaiserschnitt auf Wunsch, sollten die möglichen Auswirkungen auf das Risiko für eine nicht erklärbare Totgeburt bei Folgeschwangerschaften diskutiert werden. Se

Smith GCS, Pell JP, Dobbie R: Caesarean section and risk of unexplained stillbirth in subsequent pregnancy. Lancet 2003; 326: 1779–1784.

Prof. Gordon C. S. Smith MD, Department of Obstetics and Gynaecology, Cambridge University, Rosie Maternity Hospital, Cambridge, Großbritannien, E-Mail: gcss2@cam.ac.uk

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