ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2003Antihypertensive Therapie: Aus Männerperspektive

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Antihypertensive Therapie: Aus Männerperspektive

Dtsch Arztebl 2003; 100(51-52): A-3399

bl-ki

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LNSLNS Bluthochdruck ist ein unabhängiger Risikofaktor für eine erektile Dysfunktion. Diese Situation kann in einigen Fällen durch die Behandlung sogar verschlechtert werden. So waren in der MRC-Studie (Medical Research Council Working Party on Mild to Moderate Hypertension) – einer der letzten großen Interventionsstudien mit einer Kontrollgruppe – 9 048 männliche Studienteilnehmer auch nach Impotenz gefragt worden.
Die Inzidenz sei unter der Therapie mit einem Diuretikum um den Faktor 20 und mit einem Betablocker um den Faktor 5 höher gewesen als in der Placebogruppe, zitierte Prof. Rainer Düsing (Bonn) die bereits 1981 publizierten Daten. Ein deutlich geringerer Einfluss auf die Sexualfunktionen sei dagegen bei Einsatz von Calcium-Antagonisten oder ACE-Hemmern zu erwarten.
Nicht nur keinen negativen, sondern möglicherweise sogar einen positiven Einfluss auf die sexuelle Aktivität scheinen die AT1-Rezeptorantagonisten zu haben. Viel versprechende Daten liegen vor allem für Valsartan (Diovan®) vor. Vorreiter war eine italienische Arbeitsgruppe, die Valsartan randomisiert doppelblind mit den Betablockern Carvedilol (im Cross-over-Design) und Atenolol (im Parallelgruppen-Design) verglichen hat. Teilnehmer waren zuvor unbehandelte hypertensive Männer im Alter zwischen 40 und 50 Jahren. In beiden Studien ergab sich ein statistisch signifikanter Vorteil für Valsartan; die Koitusfrequenz nahm unter den Betablockern ab und unter dem AT1-Rezeptorantagonisten zu.
Noch differenzierter ging man in der von Düsing wissenschaftlich begleiteten VALED-Studie (Valsartan und Erektile Dysfunktion) vor. 3 502 männliche Hypertoniepatienten im Alter zwischen 18 und 90 Jahren wurden nach Neueinstellung oder Umstellung einer zuvor nicht ausreichend wirksamen/verträglichen Therapie auf Valsartan über sechs Monate nachbeobachtet. Wie Düsing erläuterte, fokussiere der 15-teilige validierte Fragebogen nicht allein auf die körperliche Potenz, sondern auch auf andere Aspekte wie Libido, Orgasmusfähigkeit und sexuelle Zufriedenheit insgesamt.
Die Verbesserung durch Valsartan habe alle Dimensionen der Sexualität umfasst – unabhängig davon, ob die Patienten zuvor unbehandelt gewesen oder von einem anderen Antihypertensivum umgestellt worden seien oder ob es sich um eine Mono- oder Kombinationstherapie mit dem AT1-Rezeptorantagonisten gehandelt habe. bl-ki

Satellitensymposium „Kardiovaskuläre Risikofaktoren – Ursache und therapeutische Interventionsmöglichkeiten“ beim 109. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin in Wiesbaden. Veranstalter: Novartis GmbH
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