ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2003Praxisgebühr: Ein Testlauf

VARIA: Wirtschaft

Praxisgebühr: Ein Testlauf

Dtsch Arztebl 2003; 100(51-52): A-3401

Flintrop, Jens

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LNSLNS Dr. Renate Wiesner-Bornstein, Frauenärztin in Tamm und 2. Vorsitzende des Dachverbandes GenoGyn-GenoMed e.V., hat am 2. Dezember von ihren Patientinnen probeweise die Praxisgebühr verlangt. Erst nach der Behandlung erhielten die Patientinnen ihr Geld zurück. Ihr Erfahrungsbericht:
„Die Reaktionen der ersten Patientinnen überraschten uns sehr. Anstandslos und ohne Diskussion konnten wir bei den ersten acht Frauen die Gebühr einziehen. Eine Quittung forderte kaum eine. In einem Briefumschlag gelangten die zehn Euro mit der Patientenkartei auf den Schreibtisch im Sprechzimmer. Für diesen Vormittag war unser EC-cash-Gerät außer Betrieb. ,Dann muss ich jetzt wohl immer Lotto spielen, bevor ich zum Arzt gehe’, schimpfte eine Frau. Etwa ein Drittel der Patientinnen fragte nach der Möglichkeit einer Überweisung zum Hausarzt oder anderen Fachärzten und zeigte sich damit bereits gut über die neuen Gegebenheiten informiert. Es gab auch Diskussionen, wie man ab jetzt mit Rezepten zu verfahren habe. Das Ausstellen eines Rezeptes für die Pille über ein Jahr, wie von einer Patientin gewünscht, kam aus Gründen der Sicherheit für die Anwenderin nicht in Betracht. Selten haben wir in der Vergangenheit so heiße Diskussionen im Wartezimmer erlebt wie an diesem Vormittag. Aber nur drei von 21 Patientinnen haben nicht gezahlt – die anderen ohne Probleme. Es hatten alle genügend Bargeld dabei, obwohl die Gebühr sie unvorbereitet traf.“ JF

Langfassung des Berichts im Internet: www.aerzteblatt.de/plus5103
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