ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2003Lebensversicherung: Wenn die Police ausgezahlt wird

Versicherungen

Lebensversicherung: Wenn die Police ausgezahlt wird

Dtsch Arztebl 2003; 100(51-52): [71]

Combach, Rolf

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LNSLNS Die Leibrentenversicherung bietet Sicherheit und Steuervorteile.

Wenn seine Lebensversicherung ausgezahlt wird, stellt sich für den Arzt die Frage: Wie kann er das Geld günstig anlegen, um seinen Lebensabend zu sichern? Wer auf „Nummer sicher“ gehen will, sollte das Geld bei einer Bank, einem Fonds oder einer Versicherung verrenten lassen.
Die Finanzkrise der Gesetzlichen Rentenversicherung ist offenkundig, und sie wird sich in den kommenden Jahren noch verschärfen. Für den Arzt ist die private Lebensversicherung – obwohl derzeit im Gerede – seit jeher ein Obligo, um den Lebensstandard auch am Lebensabend zu gewährleisten.
Es gibt viele Möglichkeiten, seine Altersrente aufzubessern: zum Beispiel über Dividenden aus Aktienbesitz, über Zinszahlungen aus Wertpapierbesitz oder Spareinlagen, über Miet- und Pachteinnahmen oder mittels der Veräußerungserlöse aus dem Verkauf der Arztpraxis.
Finanzmanagement nimmt viel Zeit in Anspruch
Wenn die Versicherungspolice ausgezahlt wird, kann die fällige Summe am Kapitalmarkt (Aktien, festverzinsliche Wertpapiere) oder in Immobilien angelegt werden. Nur: Nicht jeder Arzt hat die Zeit und die Erfahrung, sich mit diesen Märkten zu beschäftigen. Für weniger börsenerfahrene Ärzte bieten sich vor allem diese Wege für die Wiederanlage des ausge-zahlten Geldes eines Versicherungsvertrages an: die Auszahlungspläne der Fondsgesellschaften, die Leibrentenversicherung oder Sparprogramme bei Kreditinstituten auf Rentenbasis.
Immer mehr Versicherungsgesellschaften sind in den letzten Jahren dazu übergegangen, frei gewordene Versicherungssummen wieder „einzufangen“. Sammelbecken dafür waren Investmentgesellschaften, die ihnen entweder vollständig oder zum Teil gehören. Zunächst wird mit dem zur Verfügung stehenden Geld eine entsprechende Anzahl von Fonds-Anteilen erworben. Die jährlichen Ertragsausschüttungen werden zum Kauf weiterer Rentenfondsanteile benutzt.
Bei einem Auszahlungsplan handelt es sich um eine Rückzahlung des Vermögens in Raten. Deshalb stellten die regelmäßigen Auszahlungen auch kein steuerpflichtiges Einkommen dar. Steuerpflichtig ist allein jener Anteil der jährlichen Ausschüttungen, der auf Zinsen entfällt.
Das vom Fonds gezahlte zweite Einkommen richtet sich einerseits nach der Einmalzahlung, also der Versicherungssumme, und andererseits nach dem Zeitpunkt, wann das Investmentguthaben aufgebraucht sein darf. Wer sein Geld ungeschmä-lert den Erben überlassen will, darf beispielsweise bei einer Einlage von 50 000 Euro und einer angenommenen jährlichen Durchschnittsverzinsung der Rentenfondsanteile von sechs Prozent monatlich 280 Euro entnehmen.
Allerdings: Die Wertsteigerungen werden von den Fondsgesellschaften nicht garantiert. Als Alternative zu den Fonds bieten die Versicherer „Leibrenten“ an. Die Finanzierung der Leibrentenversicherung hängt wesentlich davon ab, von welchem Zeitpunkt an die Renten ge-zahlt werden sollen. Eine sofort beginnende Leibrente – zum Beispiel wenn der künftige Rentenbezieher bereits 60 oder 65 Jahre alt ist – wird durch einen Einmalbetrag finanziert.
Ein regelmäßiges, lebenslang gesichertes Alterseinkommen, eine respektable Rendite, beträchtliche Steuervergünstigungen – das sind die markanten Vorzüge einer Leibrentenversicherung. Die Bequemlichkeit, mit der diese Vorteile realisierbar sind, ist ein weiterer Grund für die zunehmende Beliebtheit dieser traditionsreichen Form der privaten Altersvorsorge. Zudem: Um das Auf und Ab der Wertpapierkurse braucht sich der Arzt dann nicht zu sorgen, Zinsschwankungen auf dem Kapitalmarkt wirken sich nicht nachteilig auf den Geldbeutel aus und laufende Kauf- und Verkaufsformalitäten entfallen. Ab Rentenbeginn erhält der Versicherungsnehmer regelmäßig die vereinbarte Rente ausgezahlt, und die Zahlungen sind lebenslang und der Höhe nach garantiert.
Rentenzahlung wird für Mindestlaufzeit garantiert
Unbegründet ist die Sorge mancher Kunden, dass sie für ihre eingezahlten Beiträge keine nennenswerte Gegenleistung erhalten, zum Beispiel weil der Versicherte vor oder kurz nach Rentenbeginn stirbt. Denn entweder wird die Rentenzahlung für eine bestimmte Anzahl von Jahren garantiert (Mindestlaufzeit), und wenn der Versicherte nicht mehr lebt, bekommt der oder die Erben das Geld. Oder der Versicherungsvertrag sieht eine Rückgewähr der gezahlten Beiträge abzüglich bereits gezahlter Renten vor. Je nach Vertragsgestaltung kann die garantierte Mindestlaufzeit bis zu 15 Jahren betragen.
Besonders ins Gewicht fallen die Steuervorteile: Wie bei Kapitalversicherungen sind auch Beiträge zu Leibrentenversicherungen als Vorsorgeaufwendungen steuerlich abziehbar. Der spürbarste Steuervorteil der Leibrentenversicherung besteht darin, dass nur ein bestimmter Teil der Renten als Einkommen versteuert werden muss: der „Ertragsanteil“. Bei einem 65- Jährigen sind beispielsweise 24 Prozent der privaten Leibrenten als Einkommen zu versteuern.
Rolf Combach
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