ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2003Lebensversicherung: Die Gewinnbeteiligung sinkt auch 2004

Versicherungen

Lebensversicherung: Die Gewinnbeteiligung sinkt auch 2004

Dtsch Arztebl 2003; 100(51-52): [70]

Combach, Rolf

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LNSLNS Zurzeit gibt es rund 81 Millionen Lebensversicherungsverträge in Deutschland. Wer einen solchen Vertrag besitzt, muss auch im Jahr 2004 mit einer gekürzten Gewinnbeteiligung rechnen. Sie wird nach Aussage des Präsidenten des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Dr. Bernd Michaels, im Schnitt auf vier bis 4,5 Prozent sinken. Schon in diesem Jahr mussten die Lebensversicherer die Gutschriften für ihre Kundschaft kürzen. Grund: Die schlechte Lage an den Kapitalmärkten und die lang anhaltende Börsen-
Baisse. „Doch von einer Struktur- oder Systemkrise kann in der Versicherungswirtschaft keine Rede sein“, behauptet Michaels. Allerdings räumt er „einige sehr ernsthafte Probleme, die zu bewältigen waren“, ein.
Nach Meinung der Branche wird sie die Börsenkrise bewältigen. Sie sei nicht in ihrer Funktionsfähigkeit getroffen, auch wenn die Lage ohne Zweifel noch angespannt sei. Mit einer Ausnahme – die Mannheimer Lebensversicherung – hätten alle Lebensversicherungsunternehmen ihre Standfestigkeit, Funktionsfähigkeit und Leistungskraft unter Beweis gestellt.
Enttäuscht ist Michaels hingegen über das Geschäft mit der „Riester-Rente“. Laut Hochrechnung des GDV wurden acht Millionen Lebensversicherungsverträge neu in diesem Jahr abgeschlossen, davon entfallen klägliche 500 000 auf Riester. „Wenn die Riester-Förderung nicht drastisch verbessert wird, kann man für die Zukunft kaum bessere Impulse erwarten“, meint der GDV-Präsident.
Auch das Meinungsforschungs-Institut Emnid hat die negative Position des GDV zur Riester-Rente bestätigt. In einer Umfrage, welche Versorgungsform infrage kommt, steht die normale Rentenversicherung mit Wahlrecht der Kapitalzahlung auf Platz eins, gefolgt von der Kapital bildenden Lebensversicherung und erst dann der Riester-Rente.
Insgesamt gesehen rechnet die Branche im nächsten
Jahr mit einem leicht abgeschwächten Wachstum von rund zwei bis drei Prozent. Für die Lebensversicherung sei ein Beitragswachstum von zwei Prozent realistisch, während die Kran­ken­ver­siche­rung mit fünf Prozent rechnen kann. Auch die Schaden- und Unfall-Versicherung dürfte nur ein Wachstum von zwei Prozent erzielen. Rolf Combach
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