ArchivDeutsches Ärzteblatt51-52/2003Private Kran­ken­ver­siche­rung: Die 8-Millionen-Grenze

Versicherungen

Private Kran­ken­ver­siche­rung: Die 8-Millionen-Grenze

Dtsch Arztebl 2003; 100(51-52): [69]

Flintrop, Jens

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LNSLNS Die Zahl der privat Krankenversicherten ist im Jahr 2002 um 213 600 auf 7,924 Millionen gestiegen. Damit lag der Nettobestandszuwachs auf Vorjahresniveau (+216 400). Eine private Zusatzversicherung hatten 7,7 Millionen gesetzlich Versicherte abgeschlossen. Dies geht aus dem Zahlenbericht 2002/2003 des Verbands der privaten Kran­ken­ver­siche­rung (PKV) hervor.
Insgesamt verzeichnete die PKV im Jahr 2002 Beitragseinnahmen in Höhe von 23,082 Milliarden Euro. Dies waren 6,28 Prozent mehr als 2001. In der Kran­ken­ver­siche­rung wurden 21,097 Milliarden Euro eingenommen (+6,75 Prozent). Mehr als zwei Drittel der gesamten Beitragseinnahmen (68,85 Prozent) entfielen auf die Krankheitsvollversicherung: 15,891 Mrd. Euro (+8,24 Prozent).
Die Leistungsausgaben in der Kran­ken­ver­siche­rung lagen 2002 mit 14,723 Milliarden Euro um 5,66 Prozent höher als im Vorjahr. Je Versicherten gerechnet, betrug die Kostensteigerung 3,6 Prozent und lag damit unter dem Vorjahresniveau von 4,4 Prozent.
Wie in den vergangenen Jahren stiegen die Ausgaben am stärksten im Bereich Arzneien und Verbandmittel (+9,4 Prozent). Eine Änderung dieser Tendenz wäre durch die Auftragung der Pharmazentralnummer auf die Rezepte zu erreichen, meint die PKV. Eine deutliche Kostensteigerung zeigt sich auch im Krankenhausbereich (+3,1 Prozent), wobei hier sehr unterschiedliche Entwicklungen zu beobachten sind. Für die Wahlleistung Unterbringung (–21,5 Prozent) verringerten sich die Ausgaben das zweite Mal in Folge, was durch die Umsetzung des BGH-Urteils vom August 2000 bedingt sein dürfte. Hingegen stiegen die Kosten für allgemeine Krankenhausleistungen (+9,1 Prozent) und Chefarztbehandlung (3,0 Prozent) erheblich und stärker als im Vorjahr (+0,6 und +0,4 Prozent). Die Ausgaben für die ambulante Arztbehandlung (+3,7 Prozent) und Heil- und Hilfsmittel (+4,2 Prozent) erhöhten sich zwar merklich, jedoch gibt es hier eine Verbesserung zum Vorjahr, in dem die Steigerung noch bei 6,2 beziehungsweise 6,8 Prozent lag. Auffallend ist der geringe Kostenanstieg im Bereich Zahnbehandlung und -ersatz (+0,8 Prozent), der noch im Vorjahr 6,9 Prozent betrug.
Die Position Gesamtaufwendungen beinhaltet alle Leistungen, die innerhalb eines Jahres zugunsten der Versicherten aufgewendet werden. Im Berichtsjahr lag dieser Betrag bei 25,191 Milliarden Euro und damit unter dem Vorjahreswert von 25,744 Milliarden Euro. Der Hauptgrund hierfür ist, dass der Rückstellung für Beitragsrückerstattung, bedingt durch die internationale Finanzmarktentwicklung, nur 1,660 Milliarden Euro zugeführt wurden. Die Aufwendungen für Versicherungsfälle (einschließlich der Schadenregulierungsaufwendungen) erhöhten sich von 14,770 Milliarden Euro auf 15,449 Mrd. Euro. Der Alterungsrückstellung wurden 8,082 Milliarden Euro zugeführt. Insgesamt verfügt die PKV damit über eine Alterungsrückstellung in Höhe von 76,30 Milliarden Euro.
Im ersten Halbjahr 2003 verzeichnete die PKV einen Nettoneuzugang von 82 400 Personen, sodass jetzt rund acht Millionen Personen eine Krankheitsvollversicherung abgeschlossen haben. Der verminderte Neuzugang (Vorjahr: 107 500 Personen) ist auf die Erhöhung der Versicherungspflichtgrenze zum 1. Januar 2003 zurückzuführen. JF
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