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Diagnose per Computer?

Dtsch Arztebl 2004; 101(1-2): A-37 / B-32 / C-32

Marckmann, Georg

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LNSLNS Expertensysteme
Auf dem Prüfstand
Georg Marckmann: Diagnose per Computer? Eine ethische Bewertung medizinischer Expertensysteme. Deutscher Ärzte-Verlag, Köln, 2003, 215 Seiten, brosch., 39,95 €
Die Leitfrage des Autors lautet: Wie adäquat lassen sich medizinisches Fachwissen und der ärztliche Entscheidungsprozess in einem Computersystem repräsentieren? Noch in den 80er-Jahren waren die Erwartungen groß: Medizinische Expertensysteme sollten selbstständig Symptome und Befunde von Patienten interpretieren und im Rückgriff auf eine umfassende hinterlegte Wissensbasis Vorschläge zur Diagnostik und Therapie berechnen. Diagnostische Systeme zählen daher zu den häufigsten Anwendungen dieser Technologie.
Das Werk gibt zunächst einen Überblick über den Forschungs- und Entwicklungsstand bei Expertensystemen allgemein und speziell bei medizinischen Systemen. Im zweiten Schritt analysiert der Autor die Struktur ärztlichen Denkens und Handelns einschließlich der komplexen Arzt-Patient-Beziehung, um auf dieser Grundlage die Leistungsfähigkeit computerbasierter Diagnostik zu untersuchen und die Chancen und Risiken des Einsatzes von Expertensystemen für die Patientenversorgung zu bewerten.
Sein Fazit: Medizinisches Wissen und ärztliche Erfahrung lassen sich nur sehr eingeschränkt in einem Computersystem modellieren. Ersetzen können sie die ärztliche Kompetenz keinesfalls. Nur wenige Expertensysteme sind zurzeit im klinischen Einsatz. Genutzt werden gerade nicht die komplexen Systeme, sondern einfache Formen der computerbasierten Entscheidungsunterstützung, die sich auf Teilbereiche im Behandlungsprozess, wie zum Beispiel
die Arzneimitteltherapie, beschränken. In solchen eng umgrenzten Aufgabenbereichen können kleine und flexible Programme jedoch durchaus dazu beitragen, die Qualität und Effizienz der Versorgung zu verbessern. Außerdem sind sie leichter zu realisieren, besser an
die Bedürfnisse der Nutzer anzupassen und mit weniger Risiken beim Einsatz behaftet. Heike E. Krüger-Brand
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