ArchivDeutsches Ärzteblatt47/1996Mitteilungen: Die gemeinsame Bestandsaufnahme von Bundes­ärzte­kammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung zur Qualitätssicherung in der Medizin

BEKANNTGABEN DER HERAUSGEBER: Bundes­ärzte­kammer

Mitteilungen: Die gemeinsame Bestandsaufnahme von Bundes­ärzte­kammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung zur Qualitätssicherung in der Medizin

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LNSLNSLNSLNS Bundes­ärzte­kammer und Kassenärztliche Bundesvereinigung veröffentlichten kürzlich ihre erste gemeinsame Bestandsaufnahme zur Qualitätssicherung in der Medizin unter dem Titel "Qualitätssicherung und Qualitätsverbesserung in der Medizin – Grundlagen einer bedarfsgerechten Gesundheitsversorgung". Die Publikation enthält eine Übersicht über die Qualitätssicherungs-Projekte und -Regelungen der ärztlichen Selbstverwaltungskörperschaften für den Zeitraum 1955 bis 1995 sowie Vorschläge zur Weiterentwicklung der Qualitätspolitik im Gesundheitswesen.
Die Analyse mündet in zehn Thesen zur Weiterentwicklung der Qualitätssicherung im Gesundheitswesen: (1) Qualitätssicherung und Qualitätsverbesserung stehen im Dienste der Patientenversorgung. (2) Qualitätssicherung und Qualitätsverbesserung dienen nicht primär der Verbesserung der Wirtschaftlichkeit. (3) Qualitätssicherungsprogramme müssen problemorientiert und koordiniert sein, die Qualität im ambulanten und im stationären Versorgungsbereich kann nicht unterschiedlich sein. (4) Die Angemessenheit von Qualitätssicherungsprogrammen muß konsequent evaluiert werden. (5) Transparenz, Kommunikation und Kooperation sind Voraussetzungen erfolgreicher Qualitätssicherung und Qualitätsverbesserung. (6) Umfassende interne Qualitätssicherung ist die Basis der kontinuierlichen Qualitätsverbesserung. (7) Externe Qualitätssicherung soll den Anstoß zur vorrangigen Entwicklung interner Qualitätssicherungsverfahren geben. (8) Qualitätssicherung hat nur dann eine Chance auf Verwirklichung, wenn sie von der Überzeugung und dem Bestreben des einzelnen getragen wird, qualitativ hochwertige Leistungen zu erbringen, das eigene Tun einer kontinuierlichen Überprüfung und Verbesserung zu unterziehen und es mit anderen zu vergleichen. (9) Qualität hat ihren Preis. (10) Qualitätssicherung und kontinuierliche Qualitätsverbesserung sind die Eckpfeiler einer Qualitätspolitik im Gesundheitswesen.
In ihrem Vorwort weisen der Präsident der Bundes­ärzte­kammer, Dr. Karsten Vilmar, und der Erste Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Dr. Winfried Schorre, darauf hin, daß "Qualität" in den aktuellen gesundheitspolitischen Diskussionen von allen Beteiligten als vorrangiges Gesundheitsziel genannt werde, allerdings unter den unterschiedlichsten Vorzeichen ordnungspolitischer, ökonomischer und fachbezogener oder partikularer Interessen. Um eine einseitige Diskussion der Qualitätsfragen nur unter der Zielsetzung einer Effizienzsteigerung und Kostendämpfung zu vermeiden, bedürfe es eines breiten gesellschaftlichen Konsenses über die Definition der Versorgungsqualität, über Ziele der medizinischen Qualitätssicherung und über die Angemessenheit der Methoden. Die Ärzteschaft erachte einen solchen Konsens für dringend notwendig. Nur so könne vermieden werden, daß Qualitätssicherung zum einseitigen Kontrollinstrument, zum Mittel der Selbstdarstellung und Kompetenzabgrenzung oder ineffizient und unökonomisch betrieben werde. Die gemeinsame Bestandsaufnahme von Bundes­ärzte­kammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung habe das Ziel, einen Konsensprozeß über Qualitätssicherung und Qualitätsverbesserung im deutschen Gesundheitswesen zu stimulieren.
Die Schrift ist im W. Zuckschwerdt Verlag, München, erschienen und im Buchhandel erhältlich (ISBN 388603-583-2).
Prof. Dr. G. Ollenschläger
Ärztliche Zentralstelle Qualitätssicherung (gemeinsame Einrichtung von Bundes­ärzte­kammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung)
Aachener Str. 233-237, 50931 Köln
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