ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2004Arbeitszeit: Es geht um die Anerkennung
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LNSLNS Es sind Kollegen wie Herr Netz, denen wir es immer wieder verdanken, dass die Krankenhäuser unserer Forderung nach einer anständigen Bezahlung auch in Zukunft nicht nachkommen werden.
Er allerdings hat entweder ausreichend verdient, um heute in Ruhe in Kroatien zu leben, oder er lebt gerade dort, weil alles so günstig ist. Oder er leidet an dem Samaritersyndrom, nach dem ich als Arzt immer, umsonst und überall selbstverständlich meinem Patienten helfen muss! Kaum einer der Kollegen, die ich kenne, arbeitet nach Vorschrift und mit Stechuhr, und natürlich rede ich nicht über ein paar Überstunden hier oder da. Aber die konsequente Missachtung ärztlicher Leistung, indem der Niedergelassene Regresse für qualitativ hochwertige Arbeit zu befürchten hat und der Krankenhausarzt im Dienst 100 % arbeitet für 60 % Lohn (wobei der Lohn selbst für die Qualifikation ein Lacher ist), lässt immer mehr Kollegen das Stethoskop an den Nagel hängen. Vielleicht bekam der Lehrling zu Zeiten von Herrn Netz nur 60 DM, dann wären ja 180 DM durchaus angemessen? Heute ist die Differenz zwischen dem Facharbeiter und einem Arzt wenn überhaupt marginal bei geregelten Arbeitszeiten, bezahlten Fortbildungen, Wochenendzuschlägen für Ersteren. Ein Ingenieur, der frisch von der Uni in die Industrie geht, bekommt als Einstiegsgehalt ein Drittel mehr als ich. Insoweit geht es nicht um „Gelabere“ oder „Gejammere“, sondern um die Anerkennung der ärztlichen Leistung und Qualifikation. Und das geht auch über das Gehalt.
Dr. med. Sven Armbrust, Holzteichstraße 26, 17489 Greifswald
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