ArchivDeutsches Ärzteblatt3/2004Propofol zur Endoskopie

MEDIZIN: Referiert

Propofol zur Endoskopie

Dtsch Arztebl 2004; 101(3): A-124 / B-106 / C-104

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LNSLNS In Deutschland wird beim Einsatz von Propofol im Rahmen endoskopischer Untersuchungsverfahren die Präsenz eines in der Intensivmedizin erfahrenen zweiten Arztes gefordert. Dies sieht in anderen Ländern ganz anders aus. So berichten Schweizer Autoren über die Gabe von Propofol bei 1 435 endoskopischen Untersuchungen in der Altersgruppe 70 bis 85 und 351 Endoskopien bei über 85-Jährigen.
Propofol wurde von speziell ausgebildeten Schwestern verabreicht, die auch die Überwachung von Sauerstoffsättigung, Blutdruck und Herzfrequenz übernahmen. Im Vergleich zu einer Kontrollgruppe jüngerer Patienten ergaben sich in diesen Seniorenkollektiven keine speziellen Probleme, auch wenn es häufiger zu einem Abfall der Sauerstoffsättigung unter 90 Prozent kam. Ein Blutdruckabfall hingegen war häufiger bei jüngeren Patienten als bei den Senioren zu registrieren. Nur bei zwei Prozent musste vorübergehend eine Maskenbeatmung durchgeführt werden.
Dieselben Autoren berichten über eine prospektive Studie mit Propofol an 2 574 Patienten. Bei 43 (1,7 Prozent) kam es zu einer Hypoxie, die in 37 Fällen kürzer als 1 min anhielt und durch die Gabe von Sauerstoff ausgeglichen werden konnte. Eine Intubations- oder Maskenbeatmung war nur bei sechs Patienten (0,2 Prozent) erforderlich. w

Heuss LT, Schnieper P, Drewe J et al.: Conscious sedation with propofol in elderly patients: a prospective evaluation. Aliment Pharmacol Ther 2003; 17: 1493–1501.

Heuss LT et al.: Risk stratification and safe administration of propofol by registered nurses supervised by the gastroenterologist: a prospective observational study in more than 2000 cases. Gastrointest Endosc 2003; 57: 664–671.

Dr. L. T. Heuss, Department of Gastroenterology, University Hospital, Petersgraben 4, 4031 Basel, Schweiz
E-Mail: nigeka35@shimane-med.ac.jp

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