ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2004Gesundheitstelematik: Modellprojekt „eGesundheit.nrw“

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Gesundheitstelematik: Modellprojekt „eGesundheit.nrw“

Dtsch Arztebl 2004; 101(4): A-149 / B-129 / C-129

Krüger-Brand, Heike E.

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Michael Schmitz, Bernd Kuhlin, Birgit Fischer, Michael Dahlweid, Christoph Bellmer (von links) bei der Vertragsunterzeichnung für das Projekt „eGesundheit.nrw“ Foto: Ge­sund­heits­mi­nis­terium NRW
Michael Schmitz, Bernd Kuhlin, Birgit Fischer, Michael Dahlweid, Christoph Bellmer (von links) bei der Vertragsunterzeichnung für das Projekt „eGesundheit.nrw“ Foto: Ge­sund­heits­mi­nis­terium NRW
Aufbau einer Kommunikationsinfrastruktur in der Region Bochum–Essen mit Partnern aus der Industrie

Nordrhein-Westfalen will in der Modellregion Bo-chum–Essen eine umfassende Tele­ma­tik­infra­struk­tur für das Gesundheitswesen aufbauen und auch den Einsatz der elektronischen Gesundheitskarte testen, die ab 2006 die jetzige Krankenversichertenkarte ablösen soll. Dazu hat das Ministerium für Gesundheit, Soziales, Frauen und Familie des Landes Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf mit den Firmen Siemens und
T-Systems eine Vereinbarung über das Modellprojekt „eGesundheit.nrw“ unterzeichnet. Weitere Partner sind die GWI AG, Bonn, und die Compugroup, Koblenz, als Anbieter von Krankenhausinformationssystemen beziehungsweise Arztpraxissoftware. Eingebunden werden sollen außerdem die Kassenärztlichen Vereinigungen, die Krankenkassen, die Ärzte- und Apothekenkammern und die Krankenhausgesellschaft.
Die Landesregierung stellt für das Projekt bis 2006 500 000 Euro bereit. Das von allen Partnern getragene Investitionsvolumen werde jedoch beträchtlich höher liegen, betonte die Ge­sund­heits­mi­nis­terin Birgit Fischer. Wie die Finanzierung im Einzelnen aussehen wird, ist allerdings noch unklar. Essen–Bochum erfülle als Ballungsraum in beiden Landesteilen mit rund einer Million Menschen, 25 Krankenhäusern einschließlich der Universitätskliniken Bochum und Essen, 1 500 niedergelassenen Ärzten, 600 Zahnärzten und rund 300 Apotheken „geradezu idealtypisch“ die Voraussetzungen für eine Modellregion, erläuterte Fischer. Darüber hinaus habe das Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium großes Interesse geäußert, in dieser Region die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte zu erproben. Über mögliche Testregionen wird in den nächsten Monaten entschieden.
In dem Modellvorhaben soll eine breitbandig vernetzte und serverbasierte Tele­ma­tik­infra­struk­tur aufgebaut werden, die Anwendungen wie das elektronische Rezept, die elektronische Überweisung und den elektronischen Arztbrief ermöglichen soll. Ziel ist, eine zentrale elektronische Patientenakte zu entwickeln, die in großen Rechenzentren mit hoher Sicherheit und Verfügbarkeit gespeichert werden soll und auf welche die berechtigten Nutzer über Portale oder Krankenhaus- beziehungsweise Arztpraxissysteme zugreifen können. Die elektronische Patientenakte soll die Krankengeschichte mit sämtlichen Behandlungs- und Abrechnungsdaten, das aktuelle Rezept und die Arzneimittelhistorie, das Zuzahlungsmanagement des Patienten und eine Dokumentation sämtlicher Zugriffe auf die Akte umfassen. Erste Komponenten und Anwendungen sollen bereits im Sommer getestet und dann stufenweise weiter ausgebaut werden. KBr
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