ArchivDeutsches Ärzteblatt4/2004Fachkommunikation: Semantisches Web

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Fachkommunikation: Semantisches Web

Dtsch Arztebl 2004; 101(4): A-173 / B-150 / C-150

Hölzer, Simon

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LNSLNS Das Internet als ein fast omnipräsentes Werkzeug zur Publikation und Einsichtnahme in Informationsinhalte ist ein ergänzendes Hilfsmittel zu Print-erzeugnissen. Hieraus resultiert jedoch nicht zwangsläufig eine bessere Informationsversorgung für Forschung und Lehre. So werden mittel- und langfristig nicht allein der Umfang und die Qualität an bereitgestellten Informationen entscheidend sein, sondern deren Zugänglichkeit und Anwendbarkeit. Hier bietet die elektronische Datenhaltung entscheidende Vorteile gegenüber Printerzeugnissen. Dabei muss die strukturierte Erfassung und redaktionelle Arbeit bei der Erstellung dieser Textdokumente noch den neuen Bedürfnissen des Mediums angepasst werden. Vom Autor, den Gutachtern beziehungsweise Fachexperten selbst können zusätzliche Informationen (zum Beispiel Metainformationen) hinterlegt werden, die für die spätere elektronische Recherche Hilfestellungen bieten. Derartige Informationen, die standardisiert und teilweise auch in codierter Form erfasst werden können, ermöglichen ein weitaus besseres Katalogisieren, Klassifizieren und späteres Auffinden der textuellen Information. Derartige dynamische Informationsdokumente werden dadurch an Mehrwert gewinnen, dass sie nach semantischen Gesichtspunkten ausgezeichnet werden können. Dadurch lässt sich je nach fachlicher Domäne einzelnen Textabschnitten eine inhaltliche Bedeutung hinterlegen. Diese kann von Recherchesystemen innerhalb von Bibliotheken oder speziellen Internetsuchmaschinen genutzt werden.
Auf diesem Gebiet hat eine seit 1998 eingesetzte XML-Arbeitsgruppe am Institut für Medizinische Informatik der Universität Gießen eine Verteilerrolle eingenommen. Mit der dort entwickelten semantischen Suchmaschine kann sowohl die Struktur dieser Dokumente als auch deren zuvor definierten inhaltlichen Bedeutungen verarbeitet und zielgerecht genutzt werden (www.lumrix.net). Mit dieser Technik ist es möglich, die Treffsicherheit bei Suchanfragen deutlich zu verbessern. Somit wird aus der Menge verfügbarer Informationen die für die Fragestellung relevante herausgezogen. Dies sind erste Schritte auf dem Weg zu einem „Semantischen Web“, das Beziehungswissen zwischen verschiedenen Datenbeständen maschinenlesbar bereitstellen kann . . .
Priv.-Doz. Dr. med. Simon Hölzer, Leiter Spitalinformatik und Statistik, Lorrainestraße 4 A, CH-3000 Bern
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