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LNSLNS Will man als Psychiater, wie Herr von den Driesch, eine Apologie der ICD-10 entwerfen, so sollte man sich folgender Einschränkungen immer bewußt sein:
¿ "Informationstransparenz" kann ein solches Klassifikationsschema allenfalls für den EDV-fixierten Liebhaber von Statistiken, Korrelationen und Faktorenanalysen bringen. Für den Patienten würde die Information, er leide unter einer "mittelgradigen depressiven Episode", eher die Verdunkelung denn die Erhellung seines Zustandes bedeuten.
À Nosologisches Denken ist nicht ersetzbar. Abgesehen davon, daß der Begriff der "Störung" nun einmal kategorial verschieden ist von dem der "Krankheit", behindert er eher eine nach Ursache und Prognose fragende Forschung und ist insofern ein Rückschritt, als hierin amerikanischer Vulgärpragmatismus zum Tragen kommt. Selbst in den USA besinnt man sich übrigens wieder auf Kraepelinsche Nosologie und hinterfragt simplifizierende Ansätze.
Á Es kann gar keine Rede davon sein, daß eine "reaktive Depression" wie eine "endogene Depression" zu behandeln sei, daß über die Behandlungsart nur der Schweregrad der Depression entscheide. Sowohl Fragen der Prophylaxe als auch solche der ultimativen Behandlung bei Therapieresistenz lassen denjenigen scheitern, der es sich auf einem solchen Faulbett des Denkens bequem macht.
 Mag es noch einen gewissen Sinn haben, die ICD-10 für die primär somatischen Fächer als Maßstab zu nehmen, für die ICD-10 in Psychiatrie/Psychosomatik darf man getrost (mit Möbius) sagen: Alles, was dabei herauskommt, ist Kleinkram.
Jörgen Horn, Pastor-Kollmann-Straße 5, 66583 Spiesen-Elversberg
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