SUPPLEMENT: Reisemagazin

Wenn Parasiten den Urlaub stören

Dtsch Arztebl 1996; 93(10): [30]

Stoschek, J.

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LNSLNS Die häufigste parasitäre Erkrankung, mit der Touristen heimkehren, ist nach Angaben der Freiburger Dermatologin Professor Dr. Andrea Pfister-Wartha die kutane Leishmaniose (Orientbeule), deren Erreger durch das vorwiegend nachts stechende Weibchen der Sandfliege übertragen wird. Leishmanien, die im Magen der Sandfliege leben und dort einen Entwicklungsschritt durchlaufen, werden durch den Stich der Fliege meist in Wangen, Handrücken oder andere unbedeckte Hautpartien auf Menschen übertragen und dringen dort in Endothelzellen, Monozyten und Lymphozyten ein, berichtete die Dermatologin bei einer Fachpressekonferenz der Grünenthal GmbH.
Leishmania tropica ist in tropischen und subtropischen Klimazonen verbreitet. Nach einer ein- bis achtwöchigen Inkubationszeit beginnt die Leishmaniose einzeln oder polytop mit einer hellroten Papel, die sich bis Münzgröße ausbreiten und nach einiger Zeit ein zentrales Ulcus bekommen kann. Die Leishmaniose heilt oft spontan ab, kann aber Narben hinterlassen. Sie kann aber auch in eine chronisch granulomatöse Form übergehen. Eine Behandlung sei deshalb notwendig, betonte Pfister-Wartha. Für die Therapie stehen im wesentlichen Exzision oder die Kryotherapie zur Verfügung. Die Injektion von Antimon führt nur in etwa 50 Prozent der Fälle zum Erfolg.
Die wichtigste Differentialdiagnose zur kutanen Leishmaniose sind Ekthymata, die durch betahämolysierende Streptokokken der Gruppe A entstehen. Eintrittspforten der Erreger sind oft Insektenstiche oder kleine Verletzungen. Ekthymata werden ebenfalls häufig in tropischen Regionen erworben. Die Behandlung erfolgt in der Regel oral mit Penicillin, Cephalosporin oder Erythromycin. J. Stoschek
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