ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2004Wirksamkeit der Krebsfrüherkennung beim hereditären kolorektalen Karzinom ohne Polyposis

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Wirksamkeit der Krebsfrüherkennung beim hereditären kolorektalen Karzinom ohne Polyposis

Dtsch Arztebl 2004; 101(8): A-506 / B-421 / C-413

Schulmann, Karsten; Mangold, Elisabeth; Schmiegel, Wolff; Propping, Peter

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LNSLNS Zusammenfassung
Zwei bis fünf Prozent aller kolorektalen Karzinome entstehen auf dem Boden einer autosomal dominanten Tumordisposition. Am häufigsten ist dabei das hereditäre kolorektale Karzinom ohne Polyposis (HNPCC). HNPCC-Patienten und deren erstgradig Verwandte haben ein deutlich erhöhtes Risiko für ein kolorektales Karzinom sowie bestimmte extrakolonische Tumoren. Sie sollten daher in ein HNPCC-Vorsorgeprogramm aufgenommen werden. Mehrere Studien belegen die mögliche Senkung der Inzidenz und Mortalität für das HNPCC-assoziierte kolorektale Karzinom durch regelmäßige Koloskopien. Die gegenwärtigen Früherkennungsempfehlungen für extrakolonische HNPCC-Tumoren hingegen sind derzeit noch nicht oder noch nicht ausreichend gut evaluiert.

Schlüsselwörter: Krebsfrüherkennung, Prävention, Kolorektalkarzinom, Polyposis, Diagnosestellung, Krebsrisiko

Summary
Efficacy of Early Cancer Diagnosis in Hereditary Non Polyposis Colorectal Cancer
Two to five per cent of all colorectal cancers are caused by an autosomal dominant tumour predisposition. Hereditary non polyposis colorectal cancer (HNPCC) is the most common form of inherited colorectal cancer. HNPCC patients and their first degree relatives have a significantly increased risk for colorectal cancer and certain extracolonic malignancies. Persons at risk for HNPCC should therefore be integrated in an HNPCC surveillance program. Several studies have shown that the incidence and mortality of HNPCC-associated colorectal cancer can be reduced by colonoscopy. The surveillance recommendations for extracolonic HNPCC cancers, however, are not well validated yet.

Key words: early cancer diagnosis, prevention, colorectal cancer, polyposis, diagnosis, cancer risk


An einem kolorektalen Karzinom erkranken in Deutschland jährlich circa 57 000 Menschen. Etwa 30 000 Patienten, also mehr als die Hälfte der Betroffenen, stirbt an der Erkrankung (3). Das Lebenszeitrisiko für ein kolorektales Karzinom beträgt in Deutschland 4,3 Prozent für Männer und 2,8 Prozent für Frauen, wobei der Tumor vor dem 50. Lebensjahr selten auftritt (11). Zwei bis fünf Prozent aller kolorektalen Karzinome entstehen auf dem Boden einer autosomal dominanten Tumordisposition. Das hereditäre kolorektale Karzinom ohne Polyposis (HNPCC) mit einer Prävalenz von bis zu fünf Prozent aller kolorektalen Karzinome stellt dabei die häufigste erbliche Disposition dar. Beim HNPCC können neben dem kolorektalen Karzinom außerdem bestimmte extrakolonische Tumoren gehäuft auftreten. Aus der Diagnosestellung eines HNPCC ergeben sich somit erhebliche Konsequenzen für die Patienten und ihre Angehörigen: Ein HNPCC-Patient mit kolorektalem Karzinom hat ein erhöhtes Risiko, an einem kolorektalen Zweittumor oder an einem extrakolonischen HNPCC-Tumor zu erkranken. Seine erstgradig Verwandten (Risikopersonen) haben aufgrund des Erbganges ein Risiko von jeweils 50 Prozent, ebenfalls Anlageträger für HNPCC zu sein. Die erhöhten Tumorrisiken führen zu weitreichenden Konsequenzen bei der Vor- und Nachsorge. Gegenstand dieser Arbeit ist die kritische Analyse der Wirksamkeit der Krebsfrüherkennung auf der Basis der vorliegenden Literaturdaten.
Genetische Hintergründe und Diagnosekriterien
Im Unterschied zu den hereditären Polyposis-Syndromen (familiäre adenomatöse Polyposis, Peutz-Jeghers-Syndrom, familiäre juvenile Polyposis), die einen klinisch auffälligen Phänotyp aufweisen und damit die Diagnose im Einzelfall unabhängig vom Familienbefund zulassen, ist die klinische Diagnosestellung beim HNPCC nur in Zusammenschau mit der Familienanamnese des Patienten möglich. Die Diagnose HNPCC kann gestellt werden, wenn in der Familie des Patienten die so genannten Amsterdam-I-Kriterien erfüllt sind (21). Beim HNPCC treten neben kolorektalen Karzinomen häufig auch Endometrium- und Urothelkarzinome, aber auch Dünndarmkarzinome auf. Die erweiterten Amsterdam-II-Kriterien beziehen diese extrakolonischen Manifestationen in die Diagnosestellung ein (Textkasten 1) (25). Diese Kriterien stellen unter klinischen Gesichtspunkten eine pragmatische Operationalisierung dar. Da viele Familien heute klein sind, fehlen allerdings oft die Voraussetzungen, um die Kriterien überhaupt zu erfüllen. Daher kann ein unauffälliger Familienbefund – insbesondere in kleinen Familien – kein Argument gegen HNPCC sein.
Grundlage der Tumorentstehung bei HNPCC-Anlageträgern sind Keimbahnmutationen in einem von mindestens vier DNA-Mismatch-Reparatur-(MMR-)Genen. Derzeit als ursächlich bekannt sind die Gene MSH2, MLH1, PMS2, MSH6. Aufgrund des Keimbahndefektes weist das Tumorgewebe von HNPCC-Patienten eine charakteristische Form der genomischen Instabilität (Mikrosatelliteninstabilität, MSI) auf. Die weniger spezifischen Bethesda-Kriterien lassen die Stellung der Verdachtsdiagnose HNPCC auch in kleineren Familien und in Einzelfällen zu (Textkasten 1). Eine Mikrosatelliteninstabilität lässt sich in etwa 80 bis 90 Prozent der Tumorgewebe von Patienten, die den Amsterdam-I/II-Kriterien entsprechen, nachweisen. Bei Patienten, deren Familien die weniger stringenten Bethesda-Kriterien erfüllen, ergibt sich in etwa 30 Prozent aller Fälle eine Mikrosatelliteninstabilität und somit ein konkreter Hinweis auf HNPCC.
Tumorrisiken
Das allgemeine Tumorrisiko von Personen, die eine Keimbahnmutation in einem DNA-MMR-Gen tragen (HNPCC-Anlageträger), wird mit 80 bis 90 Prozent angegeben, wobei das kolorektale Karzinom die mit Abstand häufigste Tumorentität darstellt (Tabelle 1).
Kolorektale Karzinome treten im Rahmen eines HNPCC im Mittel im
44. Lebensjahr auf, vor dem 25. Lebensjahr sind kolorektale Karzinome bei HNPCC sehr selten. Das Risiko eines HNPCC-Anlageträgers für ein kolorektales Karzinom liegt bei 60 bis 80 Prozent, wobei das Risiko für Männer höher ist als für Frauen. Im Vergleich zu sporadischen kolorektalen Karzinomen weisen HNPCC-Patienten mit kolorektalem Karzinom unabhängig vom Tumorstadium eine signifikant bessere Prognose auf (18).
Das Endometriumkarzinom ist nach dem kolorektalen Karzinom der zweithäufigste Tumor bei HNPCC (2, 23, 24, 26). Hinsichtlich des Krankheitsverlaufs konnte in einer Fall­kontroll­studie des holländischen HNPCC-Registers im Gegensatz zum kolorektalen Karzinom beim HNPCC-assoziierten Endometriumkarzinom keine bessere Prognose nachgewiesen werden (5).
Magenkarzinome kommen bei 2 bis 13 Prozent der HNPCC-Patienten vor und treten durchschnittlich im Alter von 51 bis 56 Jahren auf. Meist handelt es sich dabei um Karzinome vom intestinalen Typ. Fast die Hälfte der HNPCC-assoziierten Magenkarzinome manifestieren sich als einziges Malignom, bei weiteren zehn Prozent der Patienten entwickelt sich das Magenkarzinom als erstes Malignom. Eine auffällige Häufung von Magenkarzinomen in HNPCC-Familien ließ sich bisher nicht überzeugend nachweisen (1).
Das kumulative Lebenszeitrisiko für Dünndarmkarzinome im Rahmen eines HNPCC beträgt ein bis vier Prozent, das mediane Erkrankungsalter liegt bei 49 bis 54 Jahren. Bei etwa 35 Prozent der Fälle ist das HNPCC-assoziierte Dünndarmkarzinom im Duodenum lokalisiert (2, 17, 23, 26). HNPCC-Patienten mit Dünndarmkarzinomen erfüllen zu 80 Prozent die Amsterdam-Kriterien, eine familiäre Häufung von Dünndarmkarzinomen wird bei 17 Prozent der Betroffenen beschrieben. Bei 43 Prozent der Patienten tritt das Dünndarmkarzinom als Zweittumor nach einem anderen HNPCC-Malignom auf, zehn Prozent der Patienten entwickeln im Verlauf ein Zweitkarzinom im Dünndarm.
Häufig treten Karzinome der oberen ableitenden Harnwege (Ureter/Nierenbecken) als Zweit- oder Drittkarzinome auf. Das mittlere Erkrankungsalter für diese Tumoren wird mit 50 bis 63 Jahren angegeben (2, 20, 23, 26). In einigen Familien wurde eine Häufung von Urothelkarzinomen beobachtet (20). Hingegen treten Nierenzellkarzinome und Blasenkarzinome bei HNPCC im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung nicht signifikant häufiger auf.
Das Lebenszeitrisiko für biliäre Tumoren ist bei HNPCC erhöht, Pankreaskarzinome werden dagegen im Rahmen eines HNPCC nicht signifikant häufiger als in der Allgemeinbevölkerung beobachtet. Für Hirntumoren besteht bei HNPCC ein leicht erhöhtes Risiko, histologisch handelt es sich dabei überwiegend um Astrozytome und Glioblastome. Das mediane Erkrankungsalter wird mit 40 bis 54 Jahren angegeben (2, 22, 23). Beim Muir-Torre-Syndrom handelt es sich um eine seltene phänotypische Variante des HNPCC, bei der neben den bereits genannten HNPCC-Tumoren Talgdrüsenadenome oder -karzinome auftreten (14).
Tragweite der Diagnose
Die besondere Bedeutung der Diagnose eines HNPCC in einer Familie liegt in der Erkennung des hohen Erkrankungsrisikos der erstgradig Verwandten von HNPCC-Patienten. Ohne intensivierte Früherkennungsuntersuchungen ist die Lebenserwartung dieser Risikopersonen angesichts ihres gegenüber der Allgemeinbevölkerung erhöhten Krebsrisikos deutlich reduziert. Auch für die Nachsorge bereits an HNPCC-Tumoren Erkrankter ist die Diagnosestellung von großer Tragweite, da das Risiko eines kolorektalen Zweittumors oder eines extrakolonischen Malignoms bei ihnen gegenüber Patienten mit sporadischen Krebserkrankungen mit bis zu 40 Prozent deutlich erhöht ist.
Aktuelle Empfehlungen zur Früherkennung
Gemäß den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) (19) sollen HNPCC-Risikopersonen (erstgradig Verwandte von HNPCC-Patienten, welche mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent eine dem HNPCC zugrunde liegende Mutation geerbt haben, ab dem 25. Lebensjahr (bei Manifestation eines HNPCC-Tumors in der Familie vor dem 30. Lebensjahr auch früher) in ein Früherkennungsprogramm aufgenommen werden (Textkasten 2). Die Untersuchungen werden ab diesem Zeitpunkt jährlich und zeitlebens empfohlen. Nur nach Ausschluss einer in der Familie bekannten Mutation bei einer Risikoperson kann diese aus dem Früherkennungsprogramm für HNPCC entlassen werden. Es wäre sinnvoll, das umfangreiche und engmaschige Vorsorgeprogramm auf die tatsächlichen Anlageträger zu beschränken. Wenn die ursächliche Mutation in einer Familie nicht identifiziert wurde oder eine Risikoperson von ihrem Recht auf Nichtwissen Gebrauch macht, können Früherkennungsuntersuchungen einem Patienten jedoch nicht verweigert werden. Die Nachsorgeuntersuchungen bei an HNPCC-Karzinomen Erkrankten sollten sich an den gleichen Empfehlungen orientieren.
Wesentliche Bestandteile des von der DGVS empfohlenen Früherkennungsprogramms sind die komplette Koloskopie, da eine Sigmoidoskopie aufgrund der häufig rechtsseitigen Tumorlokalisation nicht ausreicht, sowie wegen der akzelerierten Adenom-Karzinom-Progression die konsequente Polypektomie auch kleinster polypoider Veränderungen (19). Angesichts der Tatsache, dass 35 Prozent aller Dünndarmkarzinome bei HNPCC im Duodenum lokalisiert sind, sollte die empfohlene Ösophago-Gastro-Duodenoskopie (ÖGD) immer bis zum Treitz-schen Band erfolgen. Wegen des verhältnismäßig geringen Risikos von ein bis vier Prozent für ein Dünndarmkarzinom im Rahmen des HNPCC und der Schwierigkeiten bei Untersuchungen des restlichen Dünndarms werden Früherkennungsuntersuchungen wie Sellink, Push-Enteroskopie oder MR-Sellink nicht allgemein empfohlen (19). Sinnvoll kann eine regelmäßige Früherkennung aufgrund eines besonders erhöhten Risikos bei Patienten mit einer positiven Familienanamnese oder einem eigenen vorausgegangenen Dünndarmkarzinom sein. Selbstverständlich sollten Patienten mit einer entsprechenden Symptomatik weiterführend diagnostiziert werden.
Als Screeningoptionen für die Tumoren der oberen ableitenden Harnwege werden von der DGVS die Urinzytologie und die Abdomensonographie empfohlen, da Untersuchungen wie eine Ausscheidungsurographie oder eine Ureteroskopie angesichts eines kumulativen Risikos von < 3 Prozent als unverhältnismäßig angesehen werden. In Anbetracht des Risikos für biliäre Tumoren wird durch die DGVS eine regelmäßige Abdomensonographie empfohlen (19), angesichts des aber insgesamt niedrigen Risikos (< 2 Prozent) keine invasiveren Untersuchungen wie endoskopisch retrograde Cholangiographie oder Endosonographie. Bei einer entsprechenden Symptomatik sollte bei HNPCC-verdächtiger Familienanamnese aber an das Vorliegen eines hepatobiliären Tumors gedacht werden.
Früherkennungsuntersuchungen für Hirntumoren werden angesichts ihrer Seltenheit im Rahmen des HNPCC gegenwärtig nicht allgemein empfohlen (19). Jedoch sollte bei einer entsprechenden Symptomatik und HNPCC-verdächtiger Familienanamnese umgehend eine bildgebende Diagnostik des ZNS erfolgen. Auch hinsichtlich der seltenen Talgdrüsentumoren gibt es derzeit keine allgemeingültigen Früherkennungsempfehlungen.
Die in anderen Ländern empfohlenen Früherkennungsprogramme weichen insbesondere im Hinblick auf die Untersuchungsintervalle – meist werden größere zeitliche Intervalle empfohlen – und das Lebensalter, in dem die Untersuchungen auf die extrakolonischen Tumoren beginnen sollen, von den DGVS-Empfehlungen ab (Tabelle 2) (4, 10, 27).
Evaluation der Empfehlungen zur Früherkennung
Die Senkung der Mortalität und Inzidenz des kolorektalen Karzinoms im Rahmen einer HNPCC-Erkrankung durch regelmäßige Koloskopien ist in mehreren größeren Studien belegt (8, 12). Prospektive Daten zur Wirksamkeit der Vorsorge beziehungsweise Früherkennung extrakolonischer Tumoren bei HNPCC liegen andererseits bislang kaum vor. Im Folgenden werden bisherige Erkenntnisse hinsichtlich der Effektivität verschiedener empfohlener Untersuchungen zusammenfassend dargestellt.
Koloskopie
In einer finnischen Studie konnte bei 133 HNPCC-Risikopersonen durch ein regelmäßiges, in dreijährigen Intervallen durchgeführtes Koloskopiescreening mit konsequenten Polypektomien im Vergleich zu einer Kontrollgruppe, die ein entsprechendes Koloskopie-Überwachungsprogramm ablehnte, die Inzidenz von kolorektalen Karzinomen um 62 Prozent und die Mortalität von kolorektalen Karzinomen um etwa 65 Prozent gesenkt werden (Grafik). Insgesamt konnte bei acht von 133 (6 Prozent) Risikopersonen ein kolorektales Karzinom entdeckt werden. Dabei waren zwei kolorektale Karzinome
bereits bei der ersten Screeningkoloskopie (2 von 133: 1,5 Prozent) nachweisbar. Weitere sechs kolorektale Karzinome wurden bei darauf folgenden Kontrollkoloskopien entdeckt (6 von 133: 4,5 Prozent). Das Intervall der vorausgegangenen Koloskopie lag bei diesen Patienten im Median bei 36,5 (26 bis 60) Monaten. Alle acht kolorektalen Karzinome wurden im Stadium Dukes A oder B diagnostiziert, keiner der Patienten in der Screeninggruppe starb an den Folgen dieses Tumors. Bei 31 Patienten (23 Prozent) der Screeninggruppe wurden Adenome polypektomiert, wodurch sich die Reduktion der Inzidenz des kolorektalen Karzinoms erklärt. Alle acht durch Koloskopie entdeckten kolorektalen Karzinome traten bei Patienten mit nachgewiesener Keimbahnmutation auf (8 von 44: 18 Prozent kumulative Inzidenz nach 15 Jahren) (12).
887 Risikopersonen (darunter 199 Risikopersonen mit nachgewiesener Mutation) aus 114 im holländischen Krebsregister erfassten HNPCC-Familien wurden in einem Vorsorgeprogramm überwacht. Bis 1996 wurden Koloskopien in zwei- bis dreijährigen Intervallen, nach 1996 in ein- bis zweijährigen Intervallen durchgeführt. Insgesamt wurden bei 21 Patienten (2,4 Prozent) kolorektale Karzinome prospektiv durch Koloskopien entdeckt, sechs davon (28 Prozent) innerhalb eines Intervalls von 24 Monaten (einmal Dukes A, fünfmal Dukes B). Bei Koloskopie-Intervallen von mehr als zwei Jahren waren 24 Prozent der Tumoren bereits dem Stadium Dukes C zuzuordnen (8). Zwölf kolorektale Karzinome wurden bei gesicherten Anlageträgern koloskopisch entdeckt (12 von 199: 6 Prozent), resultierend in einer kumulativen Inzidenz von 10,5 Prozent nach zehn Jahren. Dieser Wert ist mit den 1995 publizierten Daten des finnischen Kollektivs (kumulative Inzidenz von circa 13 Prozent nach zehn Jahren) gut vergleichbar (13).
In einer weiteren Untersuchung der finnischen Autoren wurde die Prognose HNPCC-assoziierter kolorektaler Karzinome in Abhängigkeit von der Art der Primärdiagnose (Screening versus Symptome) verglichen. Bei den im Rahmen eines Vorsorgeprogramms entdeckten 35 kolorektalen Karzinomen bei 33 Patienten fand man eine deutlich günstigere Stadienverteilung und Prognose im Vergleich zu den Patienten, bei denen die Diagnose aufgrund von Symptomen gestellt wurde (115 Karzinome bei 104 Patienten) (15). 13 Karzinome wurden im Rahmen der ersten Kontrollkoloskopie diagnostiziert. Bei den 21 Patienten mit koloskopisch entdeckten kolorektalen Karzinomen lagen in sieben Fällen ein Dukes A, in sieben Fällen ein Dukes B, in vier Fällen ein Dukes C und in drei Fällen zwei synchrone kolorektale Karzinome (2 Dukes A, 1 Dukes A plus B) vor. Zwei von 33 Patienten im Vorsorgeprogramm starben an den Folgen eines kolorektalen Karzinoms. Der zeitliche Abstand zwischen der Untersuchung, bei der das kolorektale Karzinom nachgewiesen wurde, und der vorangegangenen Kontrollkoloskopie lag im Median bei 36 (7 bis 122) Monaten. Elf von 21 kolorektalen Karzinomen wurden nach einem Intervall von 36 oder weniger Monaten entdeckt, darunter sechs von 21 in einem Intervall von weniger als 24 Monaten, drei sogar in einem Intervall von zwölf oder weniger Monaten.
Zusammenfassend lässt sich aus diesen Ergebnissen schließen, dass durch eine regelmäßige Koloskopie bei HNPCC-Risikopersonen die Inzidenz und Mortalität für kolorektale Karzinome offensichtlich gesenkt werden kann. Allerdings kann durch Untersuchungsintervalle von zwei bis drei Jahren das Auftreten von kolorektalen Karzinomen nicht vollständig verhindert werden.
Ösophago-Gastro-Duodenoskopie
Die Effektivität einer Früherkennungsgastroskopie ist bisher nur unzureichend untersucht. Bei der einzigen prospektiven Studie zur Effektivität der Ösophago-Gastro-Duodenoskopie (ÖGD) bei HNPCC wurde bei 73 Anlageträgern mit einem medianen Alter von 49 Jahren (29 bis 71 Jahre) eine einmalige endoskopische Untersuchung durchgeführt. Dabei wurde bei einem Patienten ein asymptomatisches Duodenalkarzinom im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert, woran der Patient später starb. Während einer Nachbeobachtungszeit von drei bis vier Jahren entwickelte kein Patient ein Magenkarzinom (16). Ein Nutzen der Gastroskopie konnte somit nicht nachgewiesen werden. In dieser Studie war das Kollektiv allerdings zu klein, das Durchschnittsalter zu niedrig und die Nachbeobachtungszeit zu kurz, um die Effektivität einer Früherkennungs-ÖGD abschließend beurteilen zu können. Zudem wurden ausschließlich Träger von Mutationen im MLH1-Gen untersucht. Inwieweit diese Befunde auf Träger von MSH2- oder MSH6-Mutationen zutreffen, muss in weiteren Studien geklärt werden. Da eine familiäre Häufung von Magenkarzinomen bei HNPCC bisher nicht überzeugend belegt ist, sollte eine Begrenzung der ÖGD auf Risikopersonen mit positiver Familienanamnese im Einzelfall kritisch abgewogen werden.
Gynäkologische Tumoren
Bislang gibt es bei HNPCC nur eine prospektive Studie zur gynäkologischen Vorsorge im Hinblick auf Endometriumkarzinome. Dabei wurden Frauen aus zwei Teilkollektiven (ein englisches und ein niederländisches Kollektiv) beobachtet (9). In insgesamt 825,7 Beobachtungsjahren wurden 522 transvaginale Ultraschalluntersuchungen bei 222 Frauen (159 erfüllten Amsterdam-I-, 63 Amsterdam-II-Kriterien oder Familien mit Verdacht auf HNPCC, die nicht nach den Amsterdam-, jedoch nach den Bethesda-Kriterien klassifiziert wurden) durchgeführt. Bei Einschluss in die Studie lag im englischen Kollektiv das mediane Alter der Frauen nach Amsterdam-I-Kriterien bei 40 (24 bis 64) Jahren, das der anderen Frauen bei 45 (20 bis 71) Jahren. Das mediane Alter des niederländischen Kollektivs bei Einschluss in die Studie lag bei 42 (23 bis 68) Jahren. Im Gesamtkollektiv von 222 Frauen wurden insgesamt beide Endometriumkarzinome diagnostiziert, davon beide aufgrund von Symptomen in einem frühen Stadium, nicht durch die transvaginale Ultraschalluntersuchung.
Angesichts der mittleren Beobachtungszeit von weniger als vier Jahren und des Fehlens einer Subgruppenanalyse für gesicherte Anlageträgerinnen kann die Studie nur als bedingt aussagekräftig angesehen werden. Das mediane Alter der in die Studie eingeschlossenen Frauen im Verhältnis zum medianen Manifestationsalter des Endometriumkarzinoms bei HNPCC ist verhältnismäßig niedrig. Als weiterer Kritikpunkt muss der überwiegende Einschluss von Patienten, bei denen ein isoliertes Auftreten von kolorektalen Karzinomen in der Familie festgestellt wurde (Amsterdam-I-Kriterien), angeführt werden.
Eine abschließende Aussage zur Effektivität der transvaginalen Ultraschalluntersuchungen ist daher nur nach einer längeren Beobachtungszeit und Analyse der Subgruppe gesicherter Anlageträgerinnen und gegebenenfalls von Familien mit einer positiven Familienanamnese für Endometriumkarzinome möglich. Von einzelnen Gruppen werden auch eine Aspirationszytologie oder eine Hysteroskopie zur Früherkennung des Endometriumkarzinoms diskutiert.
Daten zur Früherkennung von Ovarialkarzinomen bei HNPCC durch Screening- und Kontrolluntersuchungen liegen weder prospektiv noch retrospektiv vor.
Weitere HNPCC-Tumoren
Prospektive Aussagen zur Sensitivität und Spezifität der Urinzytologie oder der Abdomensonographie zur Früherkennung von Tumoren der ableitenden Harnwege bei HNPCC liegen nicht vor, ebenso wenig zur Effizienz der Abdomensonographie zur Früherkennung hepatobiliärer Tumoren.
Verbundprojekt „Familiärer Darmkrebs“
In dem von der Deutschen Krebshilfe seit 1999 geförderten Verbundprojekt „Familiärer Darmkrebs“ arbeiten sechs interdisziplinär ausgerichtete klinische Zentren (Textkasten 3), ein referenzpathologisches Zentrum (Kassel/Bonn) und eine Zentrale für Biometrie (Leipzig) zusammen (http://www.krebshilfe.de oder http://www.hnpcc.de). Zurzeit werden in diesem Rahmen mehr als 600 Risikopersonen und HNPCC-Patienten nach dem von der DGVS empfohlenen Vor- und Nachsorgekonzept (Textkasten 2) beziehungsweise gemäß den Richtlinien zur Diagnostik der genetischen Disposition für Krebserkrankungen der Bundes­ärzte­kammer (6, 7) betreut. Erste aussagekräftige Daten zur Effizienz der in Deutschland empfohlenen jährlichen Untersuchungen werden aus diesem Kollektiv im Jahr 2005 erwartet. Weitere Ziele des Verbundprojektes sind unter anderem die Suche nach einer Genotyp-Phänotyp-Korrelation, die für eine individualisierte Vorsorgestrategie bei gesunden Mutationsträgern Bedeutung haben könnte, und die Erarbeitung diagnostischer Algorithmen. Die bisherige Erfahrung zeigt, dass die enge Kooperation der verschiedenen Disziplinen – Humangenetik, Gastroenterologie, Pathologie und Chirurgie – bei der Betreuung von HNPCC-Patienten unverzichtbar ist. Nur der gut beratene Patient bringt die Compliance für ein lebenslanges Früherkennungsprogramm auf.

Manuskript eingereicht: 23. 6. 2003, revidierte Fassung angenommen: 9. 10. 2003

zZitierweise dieses Beitrags:
Dtsch Arztebl 2004; 101: A 506–512 [Heft 8]


Die Zahlen in Klammern beziehen sich auf das Literaturverzeichnis, das beim Verfasser erhältlich oder im Internet unter www.aerzteblatt.de/lit0804 abrufbar ist.

Anschrift für die Verfasser:
Dr. med. Karsten Schulmann
Ruhr-Universität Bochum
Medizinische Universitätsklinik
Knappschaftskrankenhaus
In der Schornau 23-25, 44892 Bochum
E-Mail: meduni-kkh@ruhr-uni-bochum
Weitere Informationen im Internet:
www. hnpcc.de
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