SUPPLEMENT: Geldanlage

Banken im Internet

Dtsch Arztebl 1996; 93(20): [13]

OZ

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LNSLNS Viele amerikanische Kreditinstitute bieten ihren Kunden Bankdienstleistungen über das Internet an. Anfang des Jahres erfolgte die erste Plazierung von Aktien im Internet, mit dem Motiv, die extrem hohen Margen der New Yorker Broker zu umgehen. In New York wurde vor einigen Monaten der erste "InternetBankschalter" eröffnet. Die Kunden dieser "Internet-Bank" haben eine kostenfreie Zugriffsmöglichkeit auf Daten von bedeutenden Informationsanbietern wie Reuters, Bloomberg und Dow Jones.
Aktuelle Informationen von den Weltbörsen und Wertentwicklung von Fonds, Aktien, Bonds, Optionen und internationalen Märkten werden durch ein Trading-System und Analysen ergänzt und können abgefragt werden.
Für deutsche Banken sind die Internet-Angebote bislang (noch) ein Novum. Knapp 20 Banken sind im Internet vertreten, darunter die Deutsche Bank, Bank 24, Landesgirokasse Stuttgart, Quelle Bank, KSK Köln. Die Analysetochter der Dresdner Bank AG (Diri) bietet ihren Kunden Researchmaterial über das Internet an.
Dabei stellen die neuen Wettbewerbsstrukturen im Bankenmarkt völlig neue Chancen dar. Banken ohne flächendeckendes Filialnetz, wie zum Beispiel kleine Privatbanken oder auch Regionalbanken, können zukünftig mit Hilfe von Internet unabhängig von globalen und zeitlichen Grenzen am Markt tätig werden und haben so die Möglichkeit, mit Großinstituten zu konkurrieren.
Vorboten einer sich zum Internet orientierenden Bankenwelt sind die Entwicklung von digitalen Abrechnungsverfahren und elektronischem Geld (Cybercash, Digi Cash und First Virtual). Das vorsichtige und zurückhaltende Verhalten vor allem deutscher Banken ist jedoch verständlich. Durch die oben bereits beschriebene Offenheit des Internets ist es auch jedem Benutzer möglich, nicht an ihn gerichtete Daten zu lesen. Eine Manipulation oder kriminelle Nutzung dieser Daten ist nicht auszuschließen. Aber nicht nur die Banken, sondern auch die Deutsche Bundesbank bremst die Aktivitäten in Sachen Internet. Grund hierfür ist die Sorge, den Geldmengenumlauf einer digitalen Währung nicht mehr kontrollieren und steuern zu können.
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