ArchivDeutsches Ärzteblatt8/2004Lexikon: Gesamtvergütung

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Lexikon: Gesamtvergütung

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LNSLNS Die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) und die Verbände der Krankenkassen vereinbaren auf Landesebene die vertragsärztliche Gesamtvergütung. Durch diesen im Voraus festgelegten Zahlungsbetrag sind die Vergütungsansprüche der KVen gegen die Krankenkassen abgegolten. Es ist dann Aufgabe der KVen, die Gesamtvergütung an
die Vertragsärzte zu verteilen. Grundlage der Berechnung der Gesamtvergütung ist die Zahl der Krankenkassenmitglieder im KV-Bereich. Für jedes Mitglied wird eine Kopfpauschale berechnet. Allerdings wurde der Verhandlungsspielraum der KVen bei der Vereinbarung der Gesamtvergütung gesetzlich immer weiter eingeschränkt. Seit Einführung der gesetzlichen Budgetierung im Jahr 1992 durften die Kopfpauschalen jährlich höchstens um den Prozentsatz angehoben werden, mit dem sich die Einnahmen der Krankenkassen erhöhten. Seit 1998 gibt der Gesetzgeber den Vertragspartnern eine Obergrenze vor. Die Veränderungsraten liegen seitdem unter der Inflationsrate. Diese gesetzliche Vorgabe verhindert, dass die seither eingetretenen Veränderungen in der Morbiditätsstruktur der Versicherten, der Risikostrukturen der Krankenkassen, des medizinischen Fortschritts, der Fallzahlentwicklung, der Behandlungsstandards und der Arbeitsteilung zwischen ambulanter und stationärer Versorgung in der Vergütung adäquat abgebildet werden. Die Politik hat deshalb eine weit reichende Umgestaltung der vertragsärztlichen Vergütung eingeleitet. Die Krankheitsentwicklung der Bevölkerung soll ab 2007 für die Vereinbarung der Vergütung maßgeblich sein. Geplant ist auch, dass die Gesamtvergütung nicht länger im Voraus feststeht. Die Kollektivvertragspartner sind künftig angehalten, erwartete Leistungsmengen auf der Basis des morbiditätsbedingten Mengen- beziehungsweise Ausgabenrisikos der Versicherten zu vereinbaren. Die Krankenkassen vergüten die nach der Vereinbarung von Ärzten abgerechneten Leistungen nach festen Preisen. EB
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