ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2004Chronische Bronchitis: Antibiotika bei akuten Exazerbationen

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Chronische Bronchitis: Antibiotika bei akuten Exazerbationen

Vetter, Christine

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LNSLNS Die Rolle der Antibioti-ka bei akuten Exazerbationen der chronischen Bronchitis (AECB) war lange umstritten, doch heute weiß man, „dass rund 80 Prozent infektiös bedingt sind, wobei mehr als die Hälfte auf das Konto von Bakterien geht“, betonte Prof. Ronald Grossmann (Toronto) in Wien. Metaanalysen haben einen klaren Vorteil für die antibiotische Therapie ergeben. Die verfügbaren Wirkstoffe unterscheiden sich nach ihrem Wirkspektrum, der antibakteriellen Potenz, der Pharmakokinetik, der Keim-Eradikationsgeschwindigkeit sowie in Sicherheit und Verträglichkeit.
Dass dies zu unterschiedlichen Heilungsraten führen kann, belegt nach Aussage von Prof. Robert Wilson (London) die MOSAIC-Studie* bei Patienten mit chronischer Bronchitis und zwei dokumentierten AECBs im Vorjahr. Das Screening und der Studieneinschluss erfolgten bereits vor Eintritt der akuten Exazerbation, jedoch erst bei Auftreten der akuten Symptome wurden die Patienten randomisiert. 354 von ihnen wurden anschließend fünf Tage lang mit 400 mg Moxifloxacin (Avalox®) einmal täglich behandelt, 376 erhielten sieben Tage lang ein Standardantibiotikum (500 mg Amoxicillin tid oder 500 mg bid Clarithromycin oder 250 mg bid Cefuroxime).
Die Heilungsraten unterschieden sich in den beiden Gruppen: Während unter Moxifloxacin trotz der nur fünftägigen Behandlungszeit 70,9 Prozent der Patienten klinisch geheilt wurden, waren es in der Kontrollgruppe bei längerer Medikamenteneinnahme nur 62,8 Prozent. „Der Unterschied war statistisch signifikant und belegt, dass Moxifloxacin den Vergleichssubstanzen in der Akuttherapie überlegen ist“, betonte Wilson. Er hob hervor, dass sich die Überlegenheit des Chinolons auch in den Untergruppen aufzeigen ließ – insbesondere bei Patienten mit Risikofaktoren wie einem FEV1 unter 50, einer begleitenden kardio-pulmonalen Erkrankung, einem höheren Lebensalter und/oder länger vorbestehender COPD.
Der britische Wissenschaftler wies auf zwei weitere Teilergebnisse der Studie hin: Unter Moxifloxacin seien signifikant seltener (30 versus 40 Prozent) als in der Vergleichsgruppe zusätzliche Antibiotika wegen anhaltender AECB erforderlich gewesen. „Die Patienten bleiben außerdem länger exazerbationsfrei“, betonte Wilson. Im Mittel entwickelten sie nach der Gabe von Moxifloxacin erst nach 132 Tagen eine erneute Exazerbation. In der Kontrollgruppe war dies bereits nach durchschnittlich 118 Tagen wieder der Fall. Christine Vetter

Pressekonferenz „Chronic Bronchitis – Why new data change old (treatment) habits“ der Bayer AG im Rahmen des Kongresses der Europäischen Respiratorischen Gesellschaft in Wien

*MOSAIC= A multicenter, multinational, prospective, randomised, double-blind Study to compare the effectiveness of Moxifloxacin Oral tablets to Standard oral antibiotic regime given as a first line therapy in out-patients with Acute Infective exacerbations of a Chronic bronchitis

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