ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2004Spezifische Immuntherapie

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Spezifische Immuntherapie

Dtsch Arztebl 2004; 101(10): A-664

Weiß, Maria

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LNSLNS Eine spezifische Immuntherapie als kurative Maßnahme bei Allergien wird in der Bundesrepublik immer noch zu selten oder zu spät eingesetzt. Dies belegt eine Befragung des Berliner Instituts für Gesundheits- und Sozialforschung (IGES) von 6 791 Patienten, die bei 180 niedergelassenen Allergologen erstmalig eine spezifische Immuntherapie (SIT) erhielten.
Überwiegend litten die Patienten an einer mäßiggradigen bis schweren persistierenden Rhinokonjunktivitis auf dem Boden einer Allergie gegen Inhalationsallergene, beispielsweise Pollen, Schimmelpilze, Hausstaubmilben oder Tierhaare. Bei einem Viertel der Patienten bestünde zusätzlich ein allergisches Asthma, berichtete Studienleiter Hans-Dieter Nolting (IGES). Knapp ein Drittel hatte vor der SIT wegen der allergischen Erkrankung bereits einen oder mehrere andere Ärzte aufgesucht und war dort symptomatisch behandelt worden. 74 Prozent beurteilten den Erfolg der Vorbehandlung als unzureichend; die Mehrheit sah darin den Hauptgrund für einen Arztwechsel. Meist war der Wechsel zum allergologisch ausgebildeten Facharzt auf Eigeninitiative des Patienten zurückzuführen – nur 28,9 Prozent kamen auf Empfehlung ihres behandelnden Arztes.
76 Prozent der vorbehandelten Patienten und 83 Prozent derjenigen, die sich primär beim Allergologen vorgestellt hatten, gaben an, dass sich die Symptome schon im Verlauf der Immuntherapie stark oder etwas gebessert hätten. Bei 36 Prozent der vorbehandelten Patienten wäre ein früherer Behandlungsbeginn wünschenswert gewesen, bei 15 Prozent hätte eindeutig deutlich früher mit der Behandlung begonnen werden müssen. 85,4 Prozent der Patienten waren der Meinung, dass sie von einem früheren Behandlungsbeginn profitiert hätten, und 65 Prozent gaben an, von ihrem Arzt nicht ausreichend genug über die SIT informiert worden zu sein. Maria Weiß

Pressekonferenz „Versorgung allergiekranker Menschen: Große deutsche Studie deckt Mängel auf“, der Alk-Scherax Arzneimittel GmbH in Berlin
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