ArchivDeutsches Ärzteblatt10/2004Lexikon: Integrierte Versorgung

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Lexikon: Integrierte Versorgung

Dtsch Arztebl 2004; 101(10): A-668 / B-556 / C-544

Flintrop, Jens

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LNSLNS Ein wesentliches Problem der medizinischen Versorgung in der Gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung ist die starre Abschottung der Sektoren (ambulant, stationär, Rehabilitation, Pflege). Mit In-Kraft-Treten des „GKV-Gesundheitsreformgesetzes“ am 1. Januar 2000 sollte die Integrierte Versorgung (IV) nachhaltig gefördert werden. An den Versorgungsstrukturen hat sich seitdem jedoch nicht viel geändert. Auch das seit dem 1. Januar 2004 gültige „GKV-Modernisierungsgesetz“ soll der IV neue Impulse geben. Krankenkassen und Leistungserbringer können jetzt auch ohne Zustimmung der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) Verträge zur integrativen Versorgung nach § 140a SGB V abschließen. In der Startphase von 2004 bis Ende 2006 wird der Grundsatz der Beitragssatzstabilität ausgesetzt. Die Krankenkassen dürfen auch dann integrierte Versorgungsverträge abschließen, wenn sie dafür die Beitragssätze erhöhen müssen. Von ihren Zahlungen an die KVen und für die stationäre Behandlung können die Krankenkassen von 2004 bis 2006 bis zu einem Prozent abzweigen und für in Integrationsverträgen vereinbarte Vergütungen verwenden (§ 140d SGB V). Damit stehen für IV-Verträge jährlich bis zu 680 Millionen Euro zur Verfügung (ein Prozent der ärztlichen Gesamtvergütung = 220 Millionen Euro; ein Prozent der Krankenhausbudgets = 460 Millionen Euro). Zur Schließung von Versorgungslücken, bei Teilnahme an Disease-Management-Programmen und für hoch spezialisierte fachärztliche Leistungen wurden die Krankenhäuser für die ambulante Behandlung geöffnet (§ 116 SGB V). Auch durch Führung eines Medizinischen Versorgungszentrums über eine Managementgesellschaft können sich die Krankenhäuser an der ambulanten Versorgung beteiligen (§ 95 SGB V). Eine Registrierungsstelle bei der BQS Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung soll dafür sorgen, dass den Abzügen der Krankenkassen entsprechende Verträge nach § 140a SGB V gegenüberstehen. JF
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