ArchivDeutsches Ärzteblatt PP3/2004Kinderärzte: Bonus für Teenager

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Kinderärzte: Bonus für Teenager

PP 3, Ausgabe März 2004, Seite 101

Rieser, Sabine

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Widerwillig: Viele Jugendliche scheuen den Weg zum Arzt. Foto: Peter Wirtz
Belohnung für präventionswillige Eltern gefordert
Jugendliche zwischen zwölf und 18 Jahren, die ohnehin ungern zum Arzt gehen, werden ihn künftig noch seltener aufsuchen. Das befürchtet der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (bvkj). Denn den Teenagern dürfen seit Anfang des Jahres keine frei verkäuflichen Medikamente mehr zulasten der gesetzlichen Krankenkassen verordnet werden. Dies belastet auch die Eltern, da die Kosten nicht zu den Zuzahlungen gerechnet werden dürfen, für die die Belastungsgrenze von einem beziehungsweise zwei Prozent des Einkommens gilt. „Dadurch können nicht nur Krankheiten verschleppt werden. Sondern es wird uns auch die Möglichkeit genommen, den Arzt-Patienten-Kontakt zu nutzen, um Jugendliche auf Impflücken oder die Jugendgesundheitsuntersuchung J1 hinzuweisen“, kritiserte bvkj-Präsident Dr. med. Wolfram Hartmann am 12. Februar in Berlin.
Hartmann bedauerte zudem, dass Kinder und Jugendliche nicht von Bonusprogrammen der Kassen profitieren: „Damit sinkt natürlich das Interesse der Eltern und der Kinder an notwendiger Prävention.“ Nach Auffassung des bvkj sollten die Krankenkassen solche Eltern mit Boni belohnen, deren Kinder im empfohlenen Umfang geimpft sind und die alle Vorsorgeuntersuchungen absolviert haben. Dafür solle es jedoch kein Geld geben, sondern beispielsweise eine Jahresfreikarte fürs Schwimmbad oder Prämien in Form von Sportgeräten. Zu den Boni könnten auch die Kostenübernahme für Reiseimpfungen oder Sporttauglichkeitsuntersuchungen zählen.
In eigener Sache fordern die Kinderärzte angesichts der Neuordnung der ärztlichen Selbstverwaltung einen Minderheitenschutz. Sonst sei man im Beratenden Fachausschuss für die hausärztliche Versorgung in Zukunft nicht mehr vertreten, da Kinder- und Jugendärzte zur hausärztlichen Versorgungsebene gezählt werden, die dann ausschließlich durch Allgemeinärzte repräsentiert sei. Weiterhin verlangt der bvkj, seine Mitglieder in die Förderung im Rahmen des Initiativprogramms Allgemeinmedizin einzubeziehen. „Dann könnten angehende Kinder-und Jugendärzte in bestehenden Praxen weitergebildet werden, was bisher aus finanziellen Gründen nicht angeboten werden kann“, sagte Hartmann. Rie
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