SUPPLEMENT: Geldanlage

Wertzuwachs ist keine Rendite

Dtsch Arztebl 1996; 93(20): [7]

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LNSLNS Im harten Wettbewerb um die Gunst der deutschen Sparer greifen einige Banken manchmal zu merkwürdigen Mitteln. Sie preisen ihre Sparkonten mit unklaren Begriffen an, die einen Vergleich mit der Konkurrenz erschweren und manchmal sogar unzutreffende Renditen vorspiegeln. So wird die tatsächliche Rentabilität zum Beispiel mit Bezeichnungen wie "Durchschnittsertrag" oder "laufende Verzinsung" verschleiert. Besonders beliebt in diesem Verwirrspiel ist die Verwendung des Wortes "Wertzuwachs". Da kann dann behauptet werden, der jährliche Wertzuwachs einer Sparanlage betrage 5,5 Prozent. Belegt wird das mit folgender Rechnung: Wer heute 1 000 DM einzahlt, erhält nach fünf Jahren 1 276,30 DM zurück. Der Wertzuwachs beträgt also 27,63 Prozent, das macht 5,5 Prozent im Jahr. Die Rechnung ist völlig korrekt. Aber Wertzuwachs ist eben nicht Rendite. Die Rendite beträgt nämlich nur 5,0 Prozent: Wer 1 000 DM zu 5,0 Prozent anlegt, erhält nach fünf Jahren genau 1 276,30 DM zurück.
Um irreführenden Angeboten nicht auf den Leim zu gehen, empfiehlt die Allgemeine Deutsche Direktbank in Frankfurt/Main, bei Sparangeboten ausschließlich nach der Rendite zu gehen. Nur sie ermöglicht einen objektiven Vergleich der Konditionen. Bei den normalen Sparangeboten der Banken entspricht die Rendite dem Nominalzins. Bei börsennotierten Anleihen hingegen – etwa Bundesobligationen – muß auch der Kurs mit berücksichtigt werden. PER
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