ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2004Minimierung von Übelkeit und Erbrechen in der postoperativen Phase: Antiemetisches Konzept sinnvoll
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LNSLNS Die Notwendigkeit einer wirksamen Strategie gegen PONV für das Erreichen einer hohen Patientenzufriedenheit kann ich nur bestätigen. Allerdings möchte ich darauf hinweisen, dass ich aus der Erfahrung von circa 6 000 von vier Anästhesisten unseres Praxisverbunds betreuten ambulanten Operationen pro Jahr praktische Erkenntnisse gewonnen habe, die sich mit den publizierten Ergebnissen dieser Übersichtsarbeit nicht in allen Punkten decken:
- Auch wenn das in der erwähnten Metaanalyse genannte Metoclopramid als wenig effektiv eingestuft wird, kann ich die von den Autoren erwähnte positive Erfahrung der anderen deutschen Anwender bestätigen. Für mich ist Metoclopramid bei prophylaktischer Anwendung ein sehr effektives, fast nebenwirkungsfreies und preiswertes Medikament.
- Ich halte eine generelle antiemetische prä- oder intraoperative Prophylaxe mit Metoclopramid oder anderen Monosubstanzen unter Beachtung des Nebenwirkungsprofils auch bei Patienten ohne besondere Risikokonstellation für sinnvoll. Die empfohlene Medikation bei Bedarf beziehungsweise nach genauer Beobachtung ist nach meiner Erfahrung ähnlich wie in der Schmerztherapie ineffektiv.
- Dem von den Autoren empfohlenen multimodalen, antiemetischen Konzept kann ich für die Prophylaxe bei präoperativ identifizierten Risikopatienten zustimmen.
Mit dieser Vorgehensweise liegt PONV bei uns weit unter fünf Prozent. PONV führt in den von uns betreuten OP-Zentren nicht zu einem verlängerten postoperativen Aufenthalt der Patienten und war noch nie Ursache einer postoperativen Klinikeinweisung. Ich überblicke dabei zwölf Jahre Tätigkeit als niedergelassener Anästhesist mit den eingangs erwähnten OP-Zahlen und einem Patientenkollektiv, das vom PONV-Risikoprofil her sicher der Normalverteilung entspricht.
Wir hoffen, dass wir aufgrund evidenzbasierter medizinischer Erkenntnisse und eventuell zukünftiger Leitlinienmedizin nicht von unserem Behandlungsregime abweichen müssen.

Dr. med. Dietmar Arnold
Robert-Koch-Straße 3
09366 Stollberg

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