ArchivDeutsches Ärzteblatt11/2004Narbenbehandlung: Silikongel okkludiert wie eine Folie

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Narbenbehandlung: Silikongel okkludiert wie eine Folie

Dtsch Arztebl 2004; 101(11): A-739

Weiß, Maria

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LNSLNS Hypertrophe Narben und Keloide sind nicht nur kosmetisch störend, sondern können auch zu erheblichen funktionellen Einschränkungen führen. Die Therapiemöglichkeiten richten sich nach dem Stadium der Wundheilung und der Beschaffenheit der Narbe. Bei der konservativen Therapie spielt die topische Silikonbehandlung eine wesentliche Rolle.
Die reife Narbe als Endresultat der physiologischen Wundheilung sei blass, flach, weich und schmerzlos und erfordere keine Therapie, erläuterte Dr. Andreas Arens (Fachklinik Hornheide in Münster). Bis dieses Stadium nach sechs bis zwölf Monaten erreicht ist, spricht man von einer unreifen Narbe, die noch gerötet ist, ein wenig über Hautniveau liegt und manchmal auch jucken und schmerzen kann. Hier sollte vor allem abgewartet werden. Zur Linderung der subjektiven Beschwerden können fettende Externa und eventuell auch topische Silikonprodukte eingesetzt werden.
Bei den pathologischen Narbenformen ist die Unterscheidung zwischen hypertrophen Narben und Keloiden wichtig. Beide Formen beruhen auf einer übermäßigen Proliferation von Bindegewebe und gehen mit Rötung, Schmerz und Juckreiz einher.
Anders als das Keloid wächst die hypertrophe Narbe aber nicht über die Narbengrenzen hinaus. Die Prognose ist gut, da in einem Zeitraum bis zu zwei Jahren mit einer spontanen langsamen Rückbildung zu rechnen ist. Das Keloid dagegen wächst über die Narbengrenzen hinaus. Es kommt zwar nach einiger Zeit zu einem Wachstumsstillstand, eine Rückbildung erfolgt jedoch nicht. Behandlungsziele sind bei beiden Formen die Abnahme von Rötung, Juckreiz und Schmerz, Verringerung von Volumen, Erreichung eines Wachstumsstillstands, Weicherwerden und Verbesserung des kosmetischen Erscheinungsbildes.
Die primäre konservative Narbenbehandlung umfasst die Silikontherapie, die intraläsionale Cortisonapplikation sowie – wenn möglich – die lokale Kompression. Silikon wurde bisher vor allem in Form von Folien angewandt, die bei einer zwölf- bis 24-stündigen Tragezeit zu einer Besserung des Narbenbildes und der subjektiven Beschwerden führen. Die Handhabung der Folien sei jedoch nicht sehr komfortabel und im Gesicht auch stigmatisierend, sagte der plastische Chirurg.
Eine patientenfreundlichere Alternative sehen Experten in dem neuartigen Silikongel (Dermatix®). Das transparente Gel verfestigt sich nach wenigen Minuten auf dem Applikationsort und erzeugt dann wie die Folie eine Okklusion mit nachfolgender Hydration, die entscheidend für den Therapieerfolg angesehen wird.
Erst bei Versagen der konservativen Methoden kommen operative Maßnahmen wie Narbenmassenreduktion oder komplette Narbenexzision mit Defektdeckung zur Anwendung. Die Narbenmassenreduktion sowie die ebenfalls eingesetzte Lasertherapie und Kryochirurgie sollten dabei immer mit einer Silikonbehandlung und/oder intraläsionaler Cortisonapplikation kombiniert werden, riet Arens. Maria Weiß

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