ArchivDÄ-TitelSupplement: Geldanlage-MagazinSUPPLEMENT: Geldanlage 2/1996Niedrig, aber netto: Die Renditen der Bundeswertpapiere

SUPPLEMENT: Geldanlage

Niedrig, aber netto: Die Renditen der Bundeswertpapiere

Dtsch Arztebl 1996; 93(40): [12]

HH

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LNSLNS Wer 1992 Bundesschatzbriefe kaufte, sicherte sich satte Endrenditen von 8,04 Prozent beziehungsweise 8,14 Prozent. Heute müssen sich die Anleger bei der aktuellen Serie mit 5,33 Prozent beziehungsweise 5,74 Prozent begnügen. Und trotzdem erzielen sie heute in gewisser Weise einen höheren Ertrag, denn die Inflationsrate lag 1992 bei 5,10 Prozent, während sie heute 1,40 Prozent beträgt. Damit ist der Realzins um einen guten Prozentpunkt höher als in der damaligen Hochzinsphase.


Wer Anleihen, Obligationen, Schatzbriefe oder Finanzierungs-Schätze kauft, sichert sich verläßliche Erträge, die der Marktsituation entsprechen. Hinzu kommt, daß es sich bei diesen Titeln immer dann um Nettorenditen handelt, wenn der Anleger das Angebot der gebührenfreien Verwaltung bei der Bundesschuldenverwaltung in Bad Homburg nutzt.


Der Pfiff der Schätzchen
Zu den flexibelsten Festverzinslichen zählen die Bundesschatzbriefe, die zwar Laufzeiten von sechs und sieben Jahren haben, aber bereits nach dem ersten Laufzeitjahr wieder an den Bund zurückgegeben werden können. Das Kapital wird zusammen mit den anteiligen Zinsen ausgezahlt, und zwar bis zu 10 000 DM innerhalb eines Monats und pro Depot.
Schatzbriefe gibt es in zwei Varianten. Typ A hat eine Laufzeit von sechs Jahren und bietet eine jährliche Zinszahlung. Bei dem siebenjährigen Typ B werden die Zinsen angesammelt, ihrerseits verzinst und mit dem Kapital bei Endfälligkeit ausgezahlt. Zur Zeit gilt diese Zinsstaffel: 1. Jahr: 3 Prozent
2. Jahr: 4,25 Prozent
3. Jahr: 5,25 Prozent
4. Jahr: 6 Prozent
5. Jahr: 6,75 Prozent
6. Jahr: 7,5 Prozent
7. Jahr: 7,5 Prozent (B).
Das sind Endrenditen von 5,33 Prozent für den Typ A und 5,57 Prozent für den Typ B (Konditionen per 18. September 1996).
Ändert sich die Zinssituation, muß auch der Bundesfinanzminister nachbessern: Er legt eine neue Serie auf. Für den Anleger ist es dann nur ein Rechenexempel, ob er in die nunmehr höher verzinsten Schätzchen umsteigt, bei denen er dann allerdings wieder die einjährige Sperrfrist beachten muß, oder ob er seinen "alten" Schätzchen die Treue hält. Durch präzises Disponieren läßt sich auf diese Weise eine Schatzbriefrendite steigern. Aber Vorsicht: Kreditinstitute erheben für Rücknahme und Umtausch Gebühren. Schuldbuchgläubiger zahlen auch in diesen Fällen nichts.
Die ein- und zweijährigen Finanzierungs-Schätze sind Abzinsungspapiere im Nennwert von 1 000 DM oder einem Mehrfachen. Der Käufer zahlt einen um die Zinsen verminderten Betrag ein und erhält am Ende der Laufzeit den vollen Nennwert zurück. Aufgelegt werden diese Titel monatlich. Sie sind ständig bei den Kreditinstituten – wie Schatzbriefe auch – spesenfrei zu haben. Eine vorzeitige Rücknahme ist zwar ausgeschlossen, doch können Finanzierungs-Schätze jederzeit auf Dritte übertragen werden. Nach den Konditionen vom 19. September 1996 werden für einen einjährigen Titel im Nennwert von 1 000 DM 969 DM gezahlt. Der Zinsertrag für ein Jahr macht 31 DM aus. Das ist eine Rendite von 3,2 Prozent. Für den zweijährigen Finanzierungs-Schatz beträgt die Jahresrendite 3,7 Prozent (Kaufpreis 930 DM, Zinsen für zwei Jahre 70 DM).
Die fünfjährigen Bundesobligationen werden zwar letztendlich wie andere Anleihen an der Börse gehandelt, nehmen aber einen für Anleger attraktiven Anlauf als Daueremission über die Kreditinstitute: Sie sind dort täglich spesenfrei zu erwerben, bis sie an die Börse gehen und von einer neuen Serie abgelöst werden. Während des Verkaufs über die Banken wird die Rendite der Marktlage angepaßt, indem der Ausgabekurs variiert. Der Nominalzins bleibt fest. Sobald die Obligationen an der Börse gehandelt werden, unterliegen sie der täglichen Kursbildung. Neue Bundesobligationen (Serie 120) mit dem Nominalzins von 5 Prozent haben zur Zeit einen Ausgabenkurs von 100,6 Prozent und rentieren mit 4,86 Prozent. Umlaufende Titel bringen noch – je nach Restlaufzeit – bis zu 4,90 Prozent.


Mehr Rendite: Bundesanleihen
Die gegenwärtig an der Börse gehandelten Bundesanleihen liegen in ihrer Rendite auf Grund der längeren Laufzeiten höher als Obligationen. Je nach Restlaufzeit sind noch bis über 6,2 Prozent zu erzielen.
Eine Bundesanleihe besonderer Art ist der "Floater". Kursschwankungen sind minimiert, weil hier die Zinsen vierteljährig der Marktlage angepaßt werden. Da zu bedenken ist, daß sich die Verzinsung zum Anpassungstermin nach oben und nach unten verändern kann, sind diese Titel in Zeiten sinkender Renditen weniger gefragt.
Die Floater von Bahn und Post haben eine Mindeststückelung von 5 000 DM, die des Bundes von 1 000 DM. Die Verzinsung beträgt derzeit knapp 2,85 Prozent. Nächster Anpassungstermin ist der 19. Dezember. HH

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