ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2004Arzneimittel: Politische Inkompetenz

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Arzneimittel: Politische Inkompetenz

Dtsch Arztebl 2004; 101(12): A-781 / B-647 / C-631

Schilling, Fritz

Zur Zuzahlungsregelung für Arzneimittel bei Rheumatikern:
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LNSLNS Als Senior der deutschen Rheumatologie bedaure ich den Dilettantismus, mit dem zurzeit in Politik und Medien über „schwergradige chronische Krankheiten“ diskutiert wird und Krankheiten wie die des rheumatischen Formenkreises (mit über 2 % der Gesamtbevölkerung) als häufigste Quelle solcher Leiden aber kaum erwähnt werden. Hier sollen deshalb entsprechende medizinische Kriterien für „Chronizität“ und „Schwergradigkeit“ kurz genannt werden:
« Der Prozess: Chronisch rheumatologische Erkrankungen sind prinzipiell progredient und therapeutisch dauernd zur Minderung der Prozessdynamik verpflichtend. Die Chronizität wird spätestens im zweiten, die Schwergradigkeit spätestens im dritten Stadium der fortschreitenden Leiden evident.
¬ Der Schmerz: Die anhaltend schmerzhafte Qualität des Prozesses gehört zum nosologischen Charakter „Rheuma“ und zur notwendigen täglichen antiphlogistischen Medikation.
­ Die Behinderung: Ebenso essenziell ist der destruieren-de bzw. versteifende Charakter des rheumatischen Prozesses, mit schon relativ früher, täglicher Physiotherapie bis zu vielfache Operationen fordernder Bedrohung der Funktionsfähigkeit und der Lebensqualität.
An dieser Modellskizzierung zum aktuellen Thema kann sich jede andere Leidensgruppe orientieren, zur spezifischen Hilfe der politischen Inkompetenz.
Prof. Dr. med. Fritz Schilling, Hebbelstraße 20, 55127 Mainz
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