SUPPLEMENT: Geldanlage

Rendite: Maßstab für tatsächlichen Ertrag

Dtsch Arztebl 1996; 93(40): [24]

HH

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LNSLNSLNSLNS Der Ertrag einer Anleihe wird gemessen als Nominalverzinsung, laufende Verzinsung und Rendite. Die Nominalverzinsung ist der jährlich auf den Nennwert bezogene Zins, der dem Anleger entweder laufend zufließt oder – wie bei Bundesschatzbriefen Typ B – angesammelt wird. Ein Papier im Nominalwert von 1 000 DM, für das 60 DM Zinsen gezahlt werden, hat eine Nominalverzinsung von sechs Prozent – und eine Rendite von sechs Prozent.
Hat der Anleger zum Kurs von 98 Prozent (im Beispiel also für 980 DM) gekauft, dann errechnet sich aus dem Nominalzins bezogen auf den Kaufpreis ein Zinsertrag von 6,12 Prozent. Man spricht hierbei von laufender Verzinsung. Hätte der Kaufkurs 102 Prozent betragen, errechnete sich eine laufende Verzinsung von 5,88 Prozent.
Zur präzisen Renditeberechnung gibt es eine Reihe finanzmathematischer Formeln, die der private Anleger jedoch nicht kennen und anwenden muß, will er sich ein Bild vom effektiven Ertrag seiner Papiere machen. Mit einer vereinfachten Rechenformel läßt sich die Rendite annähernd ermitteln:
Nominalzins x 100 100 minus Börsenkurs
-------------------------------- + ----------------------------------------Börsenkurs (Rest-)Laufzeit
Beim Bundesschatzbrief Typ B der Ausgabe 1996/10 fließen dem Anleger bei einem Nominalbetrag von 1 000 DM nach sieben Jahren mit Zinsen 1 492 DM zu. Der Wertzuwachs, verteilt auf die Laufzeit, ergibt einen durchschnittlichen jährlichen Ertrag von 70,29 DM oder 7,02 Prozent Wachstumsrate. Die Rendite jedoch beträgt nur 5,88 Prozent, denn die Rendite ist stets niedriger als die Wachstumsrate.
Maßstab für den tatsächlichen Ertrag und für den Vergleich mit anderen Anlagen ist allein die Rendite (effektive Verzinsung), die auch Tilgungsgewinne und -verluste, auf die Laufzeit verteilt, einbezieht. Es ist daher wichtig, sich beim Beratungsgespräch sowohl den Wertzuwachs als auch die Rendite nennen zu lassen, und zwar möglichst unter Berücksichtigung der zu erwartenden Kosten und Gebühren. So mancher auf den ersten Blick beeindruckend hohe Ertrag speckt dann nämlich merklich ab . . . HH
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