ArchivDeutsches Ärzteblatt12/2004Ende der Überraschungseier?

VARIA: Post scriptum

Ende der Überraschungseier?

Dtsch Arztebl 2004; 101(12): [64]

Klinkhammer, Gisela

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Europaabgeordnete halten das Spielzeug für gefährlich. Entsprechend der revidierten generellen Produktsicherheits- richtlinie sind sie allerdings unbedenklich.

Die Bürokratie scheint vor nichts Halt zu machen. Sogar Kinderüberraschungseier sollen jetzt verboten werden – jedenfalls wenn es nach dem Willen einer Gruppe von Europaabgeordneten geht. Ihrer Ansicht nach besteht die Gefahr, dass die Kinder nicht nur die Schokolade, sondern auch das darin befindliche Spielzeug essen und sich daran verschlucken können.
Inzwischen hat sich bereits die Europäische Kommission mit dem Problem beschäftigt. Sie lehnt allerdings ein Verbot der Kinderüberraschungseier ab. Und sie hat sich diese Entscheidung sogar wissenschaftlich untermauern lassen. So kommt nämlich eine Studie der Universität Paris, die von der Europäischen Kommission in Auftrag gegeben worden war, zu dem Schluss, dass die Überraschungseier entsprechend der Definition der revidierten generellen Produktsicherheitsrichtlinie unbedenklich seien. Doch das reicht einigen Europaabgeordneten nicht aus. Sie bestehen nach wie vor auf einem Verbot.
Dr. med. Peter Liese, Kinderarzt, Vater und Europaabgeordneter, kann sich dem Wunsch seiner Kollegen allerdings nicht anschließen und hält ein Verbot für völlig unverhältnismäßig: „Das Spielzeug befindet sich bei den Kinderüberraschungseiern in einer eigenen fest verschlossenen Plastikkapsel. Es gibt keinen dokumentierten Fall in der gesamten Europäischen Union, bei dem ein Kind die Schokolade mitsamt dem Spielzeug heruntergeschluckt hat und dadurch zu Schaden kam. Natürlich gibt es eine Gefahr, insbesondere wenn sehr kleine Kinder mit den Kleinteilen spielen und diese verschlucken, dies gilt aber in der Tat für alle Kleinteile und nicht nur für den Inhalt der Überraschungseier. Man kann dieses Produkt mögen oder nicht, ich glaube aber, dass die Entscheidung, ob Kinder Überraschungseier haben sollten, nicht beim Europaparlament liegen sollte, sondern bei den Eltern“, so Liese. Und im Übrigen sind „Niklas, Dr. Peter Liese und Anna gegen das Verbot von Überraschungseiern“, schreibt der Europaabgeordnete abschließend in seiner Pressemitteilung. Kli
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