ArchivDeutsches Ärzteblatt13/2004Stellenwert der primären Chemotherapie beim Mammakarzinom: Prätherapeutische Testmethode
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LNSLNS Es ist wirklich lobenswert, wenn bezüglich der sehr eingreifenden und präoperativ allenfalls relativ indizierten Chemotherapie vom Prinzip des Versuchs und Irrtums abgewichen wird. So erfolgt hier kein Ersatz der kausal nicht nachvollziehbaren Medizin durch einen Schematismus wie vonseiten der evidenzbasierten Medizin vorgeschlagen wird, sondern es findet eine Individualisierung statt in Form einer Prüfung des Ansprechens auf die Behandlung und der Prognose für den Patienten.
Es stellt sich allerdings die Frage, ob dies nur als In-vivo-Chemosensitivitätstest möglich ist, dessen Ergebnis erst nach einer Versagensquote von im Mittel circa 75 Prozent vorliegt. In der Mehrzahl der Fälle muss anschließend mit der nächsten Chemotherapie doch wieder ins Blaue hinein behandelt werden. Ein solcher Fatalismus mit eventuell tödlichen Folgen könnte nur akzeptiert werden, wenn es keine andere Chance gäbe. Doch es gibt sie:
Es existieren prätherapeutische Testmethoden am Menschen, die pro-
gnostisch Auskunft geben über die Erfolgswahrscheinlichkeit als Relation zwischen Effektivitätsrate und Nebenwirkungsrate, durchgeführt in Form eines Testdialogs mit dem Organismus.
Damit lassen sich auch Chemotherapien in Form einer Auswahl der individuell besten Präparate und ihrer nebenwirkungssenkenden Begleitmedikation optimieren. So könnte die Anwendung der neoadjuvanten Chemotherapie das in ihr enthaltene Potenzial in die Tat umsetzen und sicherlich auch manche Operation überflüssig machen.

Dr. med. Manfred Doepp
Buchbichl 52
83737 Irschenberg

Die Verfasser haben auf ein Schlusswort verzichtet.

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