SUPPLEMENT: Geldanlage

Häuser: Der Käufer hat das Wort

Dtsch Arztebl 1996; 93(40): [30]

OHM

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LNSLNS Nach fast zehnjährigem Aufwärtstrend hat die Immobilienkonjunktur jetzt die erwartete Verschnaufpause eingelegt. Der Höhenflug mit seinen überzeugenden Wertzuwächsen ist nach einer Prognose der Hypo-Bank in München "vorerst vorbei". Wer jetzt gut durchdacht Immobilienwünsche realisiere, profitiere gleich zweifach: von den momentan niedrigen Zinsen ebenso wie von den gesunkenen Erwerbspreisen.
Nach Aussage von Andreas J. Zehnder, dem Hauptgeschäftsführer des Verbandes der privaten Bausparkassen in Bonn, stellt eine Immobilie "auch unter Renditegesichtspunkten eindeutig die beste Anlageform dar". In den vergangenen 25 Jahren habe sich die durchschnittliche jährliche Rendite eines Einfamilienhauses auf 8,5 Prozent belaufen. Damit liege das eigene Haus vor der Anlage in festverzinslichen Wertpapieren mit einer durchschnittlichen Rendite von 7,8 Prozent, Aktien mit einer Rendite von 6,7 Prozent sowie Gold und dem normalen Sparbuch, die mit einer Rendite von jährlich 6,0 Prozent beziehungsweise 4,7 Prozent zu Buche schlagen würden.


Gut im Vergleich
Dies seien die Ergebnisse einer Gewos-Untersuchung. Gegenstand der Untersuchung war die Wertentwicklung eines durchschnittlichen, neu erstellten Einfamilienhauses, das im Jahr 1970 einschließlich Grundstück einen Wert von rund 100 000 DM besaß. Dieses Eigenheim wurde für den Zeitraum von 1970 bis 1995 mit anderen Anlageformen verglichen. Die Wohnimmobilie wurde dabei als Investition verstanden, die mit anderen Anlageformen hinsichtlich Rendite und Risiko konkurriert. Es sei zwar bekannt, daß Haus- und Wohneigentum zu den bevorzugten Formen der Eigentums- und Vermögensbildung zählen. "Aber daß das eigene Heim auch unter rein rationalen, ökonomischen Gründen absolute Spitze ist, dürfte sicherlich manchen überraschen", resümiert Zehnder.
Die vorteilhaften Rahmenbedingungen würden nicht mehr allzu lange anhalten, meint der Vizepräsident des Verbandes Deutscher Makler (VDM), Erich Hildebrandt, in Stuttgart. Alles spreche dafür, daß wir spätestens in ein bis zwei Jahren mit deutlich steigenden Immobilienpreisen rechnen müßten und daß die Zinsen vielleicht schon früher wieder nach oben gehen würden.
Nach Überzeugung des VDM-Sprechers ist es unausweichlich, daß die Immobilienpreise anziehen werden. Denn drastische Rückgänge im Wohnungsbau und zunehmende Nachfrage, unter anderem aus vielen Erbschaften, würden eine Verknappung des Angebots absehbar machen. Hinzu komme die anhaltende Unsicherheit über mögliche Folgen der Europäischen Währungsunion. Es sei nicht auszuschließen, daß noch vor 1999 eine regelrechte Flucht in den Sachwert Immobilie einsetze.
Nach Meinung des Verbandes deutscher Hypothekenbanken in Bonn bleiben die attraktiven Zinsen eine wesentliche Stütze der lahmenden Baukonjunktur. Zwar hätten sich die Hypothekenzinsen seit Jahresbeginn 1996 um etwa einen halben Prozentpunkt verteuert. Doch mit rund 7,2 Prozent bei zehnjähriger und mit rund 6,6 Prozent bei fünfjähriger Zinsfestschreibung lägen die aktuellen Zinssätze nach wie vor deutlich unter dem langfristigen Durchschnitt von 8,5 Prozent beziehungsweise 8 Prozent.
Allerdings sollte man nicht den erstbesten Anbieter nehmen. Daß ein Konditionenvergleich lohnt, zeigt auch eine aktuelle Umfrage der FMH-Finanzberatung in Frankfurt. Danach liegt beim Effektivzins die Spanne bei zehnjähriger Festschreibung zwischen 6,87 Prozent und 7,77 Prozent und bei fünfjähriger Laufzeit zwischen 5,96 Prozent und 6,81 Prozent. OHM

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