ArchivDeutsches Ärzteblatt14/2004Wer sich nicht zu hart bettet, liegt besser

MEDIZIN: Referiert

Wer sich nicht zu hart bettet, liegt besser

Dtsch Arztebl 2004; 101(14): A-944 / B-786 / C-767

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LNSLNS Bis heute vertritt die Fachwelt die Meinung, dass harte Matratzen am besten für Personen mit Rückenschmerzen in der Lendenwirbelsäule seien. In einer randomisierten, doppelblinden Studie wurden 313 Patienten, die besonders im Bett liegend oder beim Aufstehen unter chronischen unspezifischen Rückenschmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule leiden, untersucht. Randomisiert wurde in zwei Gruppen: Die eine Gruppe schlief auf Matratzen der Härtegruppe 2 bis 3 (gemäß einer von dem Europäischen Normierungskomitee entwickelten Skala von 1,0, „hart“, bis 10,0, „weich“), die andere Gruppe auf Matratzen der Härtegruppe 5–6, „mittel“. Nach 90 Tagen litten die Patienten in der Härtegruppe „mittel“ signifikant seltener an Schmerzen im Liegen und beim Aufstehen und an eingeschränkter Beweglichkeit. Unerwartet für die Forscher, berichteten die Probanden in der mittleren Härtegruppe auch über weniger Schmerzen tagsüber.
McConnell bemängelt zwar in ihrem ebenfalls im Lancet veröffentlichten Kommentar, dass die spanischen Kollegen nicht untersucht haben, inwieweit die Schlafhaltung das Studienresultat beeinflusste – dieses im Gegensatz zur bisherigen Literatur eindeutige Ergebnis lässt jedoch hoffen, dass die Problematik der chronischen unspezifischen Rückenschmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule wieder mehr als physisches und nicht nur als psychosoziales Beschwerdebild wahrgenommen und therapiert werden kann. goa

1. Kovacs FM et al.: Effect of firmness of matress on chronic non-specific low back pain: randomised, double-blind, controlled, multicentre trial. Lancet 2003; 362: 1599–1604.
2. McConnell J: Mattresses for a pain in the back. Lancet 2003; 362: 1594.

Francisco M. Kovacs, Scientific Department, Kovacs Foundation, Paseo Mallorca 36, 07012 Palma de Mallorca, Spanien.

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