SUPPLEMENT: Geldanlage

Optimale Fondsstrategie: Bloß kein Streß!

Dtsch Arztebl 1996; 93(40): [6]

rr

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LNSLNSLNSLNS Moden gibt es nicht bloß in der Kleiderwelt. Auch bei der Kapitalanlage ist dieses Phänomen bekannt: Mal ist dieser Fonds die ultimative Geldanlage, mal jener. Wer nicht jede Mode mitmachen möchte, sondern lieber bewußt seinen eigenen Stil wählt, dem nutzt vielleicht der folgende Vorschlag: Erst überlegen, wieviel Streß man mit seiner Fondswahl ertragen kann – und dann auswählen.


Die Anleger wußten doch, daß sie riskante Fonds kaufen!" verteidigte jüngst Ex-Fonds-Manager Peter Young seine Machenschaften. Für diese Frechheit gehörte dem Mann zusätzlich zum Knast noch eins hinter die Ohren, denn es handelt sich bei den von ihm betreuten Fonds um solche der renommierten Investmentbank Morgan Grenfell. Die wiederum gehört der Deutschen Bank.
Solche Fälle schädigen zwangsläufig das Image der Fondsbranche. Natürlich setzen die Anleger solcher erster Adressen auf ihren tadellosen Ruf. Sie haben auch ein Recht darauf. Schließlich wollen sie mit ihren Fonds in der Regel wenig Streß eingehen. Aber mal Hand aufs Herz, wissen Sie wirklich genau, welche ihrer Fonds im Depot tatsächlich wenig Streß bringen? Achten Sie darauf, welches Ärgerpotential ein Fonds hat, wenn Ihr Anlageberater Ihnen mal wieder einen neu aufgelegten wärmstens empfiehlt?


In Mode: Fonds-Rankings
Es ist freilich gar nicht so einfach, hier das Ei des Columbus zu entdecken. Seit Jahren finden sich in der Wirtschaftspresse sogenannte Fonds-Rankings, wo Sie, abhängig davon, welche Zeitschrift Sie gerade abonniert haben, mal den einen, mal den anderen Fonds als Nonplusultra ans Herz gelegt bekommen. Und ein halbes Jahr später steht das Thema wieder auf der Agenda, und siehe da, das vor sechs Monaten Geschriebene hat sich längst in Luft aufgelöst. Neue Favoriten zieren nun die Hitlisten.
Dem hat der Autor dieses Beitrags eine andere Betrachtungsweise entgegengesetzt, vor zwei Jahren erstmals im Wirtschaftsmagazin "DM" veröffentlicht: die Einteilung aller Investmenfonds in Anleger-Streß-Klassen. Die Grundidee ist im Prinzip die, daß der zweite Schritt (Was leistet ein einzelner Fonds in seiner Kategorie?) nicht vor dem ersten gemacht werden darf. Der legt nämlich fest, mit welchem Grad des Nervenflatterns ein Anleger rechnen muß, wenn er einen Fonds aus einer bestimmten Kategorie kauft.
So kann sich jeder nach seiner persönlichen Risikoeinstellung ein Depot zusammenstellen, in dem die Fonds der einzelnen Streß-Klassen optimal gewichtet sind. Ein konservatives Depot hätte zum Beispiel diese Struktur: 50 Prozent Rentenfonds Deutschland, 20 Prozent Rentenfonds Europa, 20 Prozent Aktien Deutschland, 10 Prozent Aktien Europa.
Investmentfonds, die keinen Streß bringen, wie offene Immobilienfonds oder deutsche Geldmarktfonds, gehören demnach zur Streßklasse eins. Deutsche Aktienfonds, etwa der DWS-Deutschland, wären demnach in Klasse 2 einzustufen, während zum Beispiel der Top 50 Asien der gleichen Fondsgesellschaft mit "3" streßhöher einzustufen ist.


Klasse 3 für gute Nerven
Mit einem gehörigen Nervenkostüm muß schon ausgestattet sein, wer den Fleming Latin Amerika im Depot haben will. Der kann zwar locker mal 30 Prozent Plus machen, aber ebenso schnell 40 Prozent verlieren. Da mag so mancher Anleger entnervt aufgeben und sich "nie wieder Streß" schwören. Den kann er sich von vornherein sparen, wenn er sich sein streßfreies Fondsdepot zusammenstellt. RR

Leserservice: optimale Fondsstrategie


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Schreiben Sie an: Diplom-Ökonom Reinhold Rombach, Postfach 15 15, 50975 Köln.

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