ArchivDeutsches Ärzteblatt16/2004Glaukom-Therapie: Betablocker sind nicht mehr zeitgemäß

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Glaukom-Therapie: Betablocker sind nicht mehr zeitgemäß

EB

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LNSLNS Über zwei Jahrzehnte waren Betablocker die Therapie der Wahl beim Glaukom. In jüngster Zeit hat ihre Bedeutung allerdings abgenommen. Ein Grund dafür ist, dass der Anfang der 70er-Jahre eingeführte Betablocker Timolol nach einer Behandlungsdauer von zwei Jahren bei etwa der Hälfte der Glaukom-Patienten an Wirkung verliert. Demgegenüber ist mit dem Mitte der 90er-Jahre zugelassenen Prostaglandin-Analogum Latanoprost (Xalatan®, Pharmacia) eine dauerhafte Senkung des Augeninnendrucks zu erreichen; sein Nebenwirkungsspektrum ist günstiger.
Wie Dr. Andreas Bayer (Weilheim/New York) bei einer Pressekonferenz der Initiative Glaukom e.V. in Düsseldorf berichtete, wird die
Wirksamkeit von Latanoprost dadurch belegt, dass sich in den USA die Zahl der Glaukom-Operationen seit Produkteinführung drastisch verringert hat. In Deutschland hingegen nähmen Betablocker immer noch den ersten Rang bei der medikamentösen Glaukomtherapie ein. „Nicht die Qualität einer Therapie scheint hierzulande ausschlaggebend für deren Erfolg zu sein, sondern deren Kosten“, sagte Dr. Thomas Scharmann (München).
Wichtigster Risikofaktor ist ein individuell zu hoher Augeninnendruck, der über verschiedene Mechanismen den Sehnerv schädigt. Bis vor kurzem galten Werte bis 21 mm Hg als normal. Neuere Studien zeigen, dass der Augeninnendruck auf viel niedrigere Werte gesenkt werden muss, um das Voranschreiten der Erkrankung zu verhindern.
In einer Studie konnte die Erkrankung zum Beispiel dann stabilisiert werden, betonte Prof. Norbert Pfeiffer (Universitäts-Augenklinik Mainz), wenn der Augeninnendruck ständig unter 18 mm Hg lag. „Während dies früher nur mit operativer Therapie gelang, kann dieses Druckniveau heute durch lokale Tropfentherapie erreichbar werden“, sagte Pfeiffer. EB
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