ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2004Schwarzbuch: Offener Brief an Ulla Schmidt

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Schwarzbuch: Offener Brief an Ulla Schmidt

Dtsch Arztebl 2004; 101(17): A-1124 / B-932 / C-908

Flintrop, Jens

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Ulrich Thamer,Vorsitzender der KV Westfalen-Lippe Foto: Bernhard Eifrig
Ulrich Thamer,Vorsitzender der KV Westfalen-Lippe Foto: Bernhard Eifrig
Die Ministerin verstehe die Ärzteschaft nicht, meint Dr. Ulrich Thamer.
Dr. med. Ulrich Thamer, Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Westfalen-Lippe, hat in einem offenen Brief an Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­terin Ulla Schmidt heftig kritisiert, dass diese die Ärzteschaft in ihrem Schwarzbuch mit Begriffen wie Sabotage, Desinformation und kriminelle Energie in Verbindung bringt. Besonders Schmidts Äußerung, sie könne aus Ärzten „keine Millionäre machen“, zeige, dass die Ministerin nicht verstehe, um was es der Ärzteschaft gehe.
Die Vertragsärzte setzten die Gesundheitspolitik geduldig um, nähmen Nullrunden hin, kassierten die Kassengebühr und trügen nach Zahlung der Gesamtvergütung durch die Krankenkassen die Risiken der Morbidität, schreibt Thamer unter anderem. Für Überschreitungen des Ausgabenvolumens für Arznei- und Heilmittel hafteten sie zudem mit ihrem Vermögen. Und direkt an die Ministerin gewandt: „Mit den im derzeitigen System enthaltenen überwiegend noch versteckten Rationierungen von Gesundheitsleistungen bringen Sie Ärzte in ethische Konflikte.“
Mit dem am 6. April veröffentlichten „Schwarzbuch“ versuche Schmidt erneut, von den Schwächen der Gesundheitsreform abzulenken. Das „Schwarzbuch“ zeige, dass die Ministerin mit dem Rücken zur Wand stehe. Thamer: „Ihre ständigen Diffamierungen und die verzerrenden Darstellungen Ihrer Reform mit politikentlastenden Schuldzuweisungen werden dazu führen, dass Ihnen in absehbarer Zeit keiner mehr folgt und die Ärzte sich frei organisieren.“ JF
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