ArchivDeutsches Ärzteblatt17/2004Paläopathologische Befunde der Wirbelsäule im frühen Mittelalter: Degenerative Veränderungen nicht häufiger als heutzutage

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Paläopathologische Befunde der Wirbelsäule im frühen Mittelalter: Degenerative Veränderungen nicht häufiger als heutzutage

Dtsch Arztebl 2004; 101(17): A-1162 / B-958 / C-934

Weber, Jochen; Czarnetzki, Alfred; Spring, Axel

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LNSLNS Zusammenfassung
Durch paläopathologische Untersuchungen der Wirbelsäule können Informationen über die Menschen und deren Erkrankungen gewonnen werden. Die Studie wurde an 253 Skeletten aus dem Südwesten von Deutschland durchgeführt. Unspezifische Infektionen, Spondylolysen und Frakturen kamen nur in wenigen Fällen vor. In einem Fall lag eine thorakale Tuberkulose mit einem Kyphosewinkel von 170 bis 180 Grad vor. Angeborene Fehlbildungen im lumbosakralen Bereich wurden häufiger angetroffen. Neoplastische Veränderungen der Wirbel konnten nicht festgestellt werden. Der Vergleich mit derselben Altersgruppe heute zeigt, dass degenerative Veränderungen nicht häufiger vorkamen als heute. Es werden diese Aspekte im Zusammenhang mit klinischen Studien und paläopathologischen Untersuchungen diskutiert.


Schlüsselwörter: Paläopathologie, Tuberkulose, Medizingeschichte, kongenitale Fehlbildung, Fraktur


Summary
Paleopathological Features of the Spine in the Early Middle Ages
Paleopathological investigation of the spine of people from ancient civilizations can provide a large amount of information about these individuals and their physical condition. This study was conducted on a sample of 253 skeletons from southwestern Germany. Only a few spine fractures, spondylolysis and non-specific infections have been described in this study. We present one case of thoracic spine tuberculosis showing nearly 170 to 180 degree angulated kyphosis. Lumbosacral congenital malformations were relatively common in this population. There was no evidence of a neoplastic lesion of the spine. In the early Middle Ages, the prevalence of degenerative spine disease was at the same level as today in the same age group. These aspects are discussed in the context of modern medical knowledge and paleopathological examinations.


Key words: paleopathology, tuberculosis, medical history, congenital malformation, fracture


Sir Marc Armand Ruffer prägte den Begriff der Paläopathologie in den 20er-Jahren des letzten Jahrhunderts (36). Im Jahre 1918 publizierte er den ersten Artikel über Erkrankungen der Wirbelsäule in früheren Kulturen. Dieser trug den Titel: „Arthritis deformans and spondylitis in ancient Egypt“ (37). Derartige Untersuchungen werden in Europa, Asien und Nordamerika normalerweise an Skeletten vorgenommen (6, 9, 22, 25, 26, 30, 46, 47, 48), weil Mumien in diesen Regionen im Vergleich zu Südamerika und Ägypten selten sind (14, 29, 36, 37, 39).
Befunderhebung an 253 Skeletten
Für die Auswertungen wurden die Wirbelsäulen von 253 Skeletten der Alamannen (6. bis 8. Jahrhundert nach Christus) aus dem Südwesten von Deutschland untersucht. In dieser Region prägten Kriegertum und bäuerliches Wirtschaften das Leben der germanischen Stämme (1, 9, 46). Die Menschen sicherten ihre Existenz durch körperliche Aktivität. Ein Zusammenhang zwischen körperlicher Belastung und degenerativen Veränderungen bestand häufiger, besonders für die Lendenwirbelsäule (44, 45).
Dieser Aspekt wurde in der paläopathologischen Untersuchung speziell bearbeitet. Darüber hinaus wurden angeborene Erkrankungen, Infektionen, Traumen und Tumoren betrachtet.
Ergänzend zu diesen paläopathologischen Untersuchungen wurde der möglicherweise älteste Fall einer Fraktur der Wirbelsäule des anatomisch modernen Menschen aus der jungen Altsteinzeit untersucht.
Die Skelette wurden bei archäologischen Ausgrabungen von Reihengräberfriedhöfen bei Nusplingen, Schretzheim, Pleidelsheim und Neresheim aus dem Südwesten von Deutschland geborgen und sind am Institut für Anthropologie und Humangenetik in Tübingen archiviert. Zur Untersuchung der Wirbel wurden makroskopische und mikroskopische Methoden angewandt. Bei besonderen Fragestellungen wurden computertomographische und röntgenologische Bildgebungsverfahren genutzt. Alter und Geschlecht der Skelette wurden nach den typischen Methoden der Paläoanthropologie bestimmt (Alter: Ossifikation der Schädelnähte, Zahnstatus, Verknöcherung der Epiphysenfugen; Geschlecht: Form der supraorbitalen Region, Form der Incisura ischiadica major).
Dekompositions-Erscheinungen
Bei der Beurteilung von Untersuchungsergebnissen von Skelettresten sind Verwitterungsbedingungen wichtig. Hier spielt nicht nur die chemische Reaktion im Boden und seine von Zentimeter zu Zentimeter wechselnde Konsistenz eine entsprechende Rolle. Auch die Art der Lagerung des Leichnams im Boden (Seitenlage versus Rückenlage, Erdbestattung versus Sargbestattung) hat Auswirkungen auf die Art und die speziellen Angriffspunkte der Dekomposition. Bei dem untersuchten Material aus der Merowingerzeit handelt es sich überwiegend um Bestattungen mit Baum- oder Brettersärgen in gestreckter Rückenlage (1). Auf den Erhaltungszustand der Wirbelsäule hat dies spezielle Auswirkungen.
Von den 253 Skeletten konnten 196 Wirbelsäulen (2 640 Wirbel) untersucht werden (circa 13,5 Wirbel pro Wirbelsäule). Die obere (Axis 75 Prozent) und untere Halswirbelsäule (HWS) (Halswirbelkörper [HWK] 7 in 66 Prozent) sowie die untere Lendenwirbelsäule (LWS) (Lendenwirbelkörper [LWK] 4 in 91 Prozent) (47, 48) waren gut erhalten. In einem schlechteren Zustand befand sich die Brustwirbelsäule (beispielsweise Brustwirbelkörper [BWK] 5 in 24 Prozent), besonders im oberen und mittleren Bereich. Eine mögliche Erklärung für den guten Erhaltungszustand der HWS und der unteren Lendenwirbelsäule könnte die Lenden- und Halswirbelsäulenlordose sein. Diese führt dazu, dass diese Abschnitte der Wirbelsäule bei einer Bestattung im Holzsarg weiter vom Sargboden entfernt sind als die Brustwirbelsäule. Daher sind diese Wirbelsäulenabschnitte dem sich auf dem Sargboden stauenden aggressiven Leichenwasser weniger stark ausgesetzt.
Kongenitale Missbildungen
Die häufigsten angeborenen Missbildungen der Wirbelsäule in heutiger Zeit sind dorsale mediale Spaltbildungen des lumbosakralen Übergangs. Sie kommen bei etwa 20 Prozent vor. Bei 2,1 Prozent der untersuchten Skelette konnte eine typische Spina bifida der unteren LWS und in 18,5 Prozent eine dorsale Spaltbildung des Sakrums (häufig Sakralwirbel [SWK] 1 und kaudales Sakrum) (47) festgestellt werden. Dies entspricht der Häufigkeit in heutiger Zeit.
In der paläopathologischen Literatur wird über diese anlagebedingte Störung aus unterschiedlichen Kulturen und Zeitepochen nur selten berichtet (2, 14). Eine lumbosakrale Spaltbildung (bis 50 Prozent) in früheren Kulturen wurde auf der kanarischen Insel Teneriffa festgestellt (2). Die hohe Prävalenz könnte auf die isolierte Lage und den damit verbundenen geringen genetischen Austausch zurückzuführen sein.
Ein Morbus Scheuermann wurde im untersuchten Knochenmaterial im Bereich von BWK 6 bis 12 sowie LWK 1 bis 3 bei vier Prozent diagnostiziert (47). In keinem dieser Fälle konnte eine Abweichung der physiologischen Achse oder ein Keilwirbel beobachtet werden. Aus früheren Kulturen werden gelegentlich Kyphosen und Skoliosen mitgeteilt, besonders dann, wenn die pathologische Abweichung der physiologischen Achse knöchern fixiert ist (2). Da bei den untersuchten Skeletten keine derartige Knochenumformung wie Keilwirbelbildung oder eine deutliche Rechts-links-Verlagerung des Processus spinosus festgestellt werden konnte, lässt sich keine Aussage über Kyphosen oder Skoliosen der Wirbelsäule im frühen Mittelalter treffen.
Formations- beziehungsweise Anlagestörungen der Wirbel sind selten. Als Ursache wird heute eine toxische Schädigung während der Schwangerschaft angenommen (17). In einer paläopathologischen Untersuchung wird für diese Erkrankung eine Prävalenz von 0,54 Prozent genannt (20). Es konnten zwei Fälle einer Formations- oder Anlagestörung der Wirbelkörper in der hier vorgestellten Untersuchung beobachtet werden.
Bei einer Frau, die im Alter von 20 bis 30 Jahren starb, wurde ein asymmetrischer Schmetterlingswirbel von LWK 5 festgestellt (47). Dabei lag eine komplette sagittale Spalte des Wirbelkörpers mit runder Erweiterung im zentralen Bereich (möglicherweise persistierende Chorda dorsalis) vor (Abbildung 1). Aus früheren Kulturen wurden wenige Fälle mit einer partiellen sagittalen Spalte des Wirbelkörpers mitgeteilt (2). Der beschriebene Fall aus der Merowingerzeit ist daher der erste mit kompletter sagittaler Spalte eines Wirbelkörpers in der paläopathologischen Literatur. In heutiger Zeit werden Block- oder Schmetterlingswirbel bei 13,9 Prozent der Fehlbildungen an der Wirbelsäule beobachtet (17). Im zweiten Fall lag eine atlantookzipitale Assimilation mit knöcherner Fusion von HWK 2/3 vor (48). !
Maligne Tumoren
Metastasen sind die häufigsten malignen Tumoren der Wirbelsäule (um 70 Prozent). Sie werden heutzutage bei etwa zehn Prozent aller malignen Erkrankungen beobachtet. Bei der Untersuchung der 196 Wirbelsäulen konnte kein maligner Knochentumor aus dem frühen Mittelalter festgestellt werden. Nur selten wird in der paläopathologischen Literatur ein maligner Tumor der Wirbelsäule mitgeteilt. Dabei werden häufiger osteolytische Herde und selten osteoblastische Veränderungen vorgestellt (10, 14, 38, 40). Ein osteolytischer Wirbeltumor unterliegt schneller den Verwitterungsbedingungen und ist daher eher in einem schlechten Erhaltungszustand oder komplett aufgelöst. Dies ist eine mögliche Erklärung für die selten nachgewiesenen Tumoren der Wirbelsäule. Auch die niedrige durchschnittliche Lebenserwartung (um 34 Jahre im frühen Mittelalter) und die geringere Belastung mit karzinogenen Stoffen werden als Gründe für die selten vorkommenden malignen Tumoren in früheren Kulturen genannt.
Tuberkulose
Mit dem Beginn der Tierhaltung in der Jungsteinzeit wurden durch den engen Kontakt der Menschen mit den Tieren Bedingungen geschaffen, die eine Besiedlung der Menschen durch humanpathogene Mikroorganismen leichter ermöglichten. Eine dieser Zoonosen ist die Tuberkulose (Tbc). Aus dieser Zeit vor 5 800 Jahren werden daher auch
die ersten tuberkulösen Skelettbefunde mitgeteilt (7, 13), darunter auch ein Fall einer thorakalen Tuberkulose aus dem Südwesten von Deutschland (4). Von diesem Zeitpunkt an wurden einige Fälle mit Tuberkulose in der Paläopathologie berichtet (2, 9, 11, 14, 26, 49).
Der Chirurg Percivall Pott (1714 bis 1788) aus London berichtete im Jahre 1779 über eine infektiöse Destruktion der Wirbelkörper mit einer Deformität der Wirbelsäule und Kompression des Myelons. Diese Symptome werden auch Pottsche Trias genannt (Gibbus, Lähmung und Abszess). Als erster, der diese typische Skelettveränderung für die Tuberkulose beschrieben hat, wird allerdings Jean-Pierre David (1737 bis 1784) genannt (12).
In der präantibiotischen Ära wird bei fünf bis sieben Prozent aller Tbc-Kranken von einer Skeletttuberkulose berichtet, dabei ist bei bis zu 50 Prozent der Fälle von einer Tuberkulose der Wirbelsäule (häufig thorakal) die Rede (23, 41, 42). Bei einer spinalen Tuberkulose sind selten mehr als drei Wirbelkörper betroffen. In nur drei Prozent der Fälle in paläopathologischen oder klinischen Studien wird eine kyphotische Fehlstellung über 30 Grad genannt (2, 4, 11, 23, 26, 33, 41, 42). Bei zwei Skeletten wurden tuberkulöse Veränderungen der thorakalen Wirbelsäule mit kyphotischer Fehlstellung beobachtet. Im ersten Fall, einem 30 bis 40 Jahre alten Skelett, lag eine komplette Destruktion von BWK 6 mit inkompletter Osteolyse von BWK 5 und 7 vor. Daraus resultierte eine Kyphosierung in der mittleren BWS um 10 bis 20 Grad (9).
Im zweiten Fall, bei einem Jungen, der im Alter von 12 bis 14 Jahren starb, war eine komplette Osteolyse von BWK 4 bis 10 und eine inkomplette Destruktion von BWK 11 zu erkennen. Dies führt zu einer thorakalen Kyphosierung um 170 bis 180 Grad (Abbildung 2 a). Eine knöcherne Stenose des Spinalkanals wurde dabei nicht beobachtet, ebensowenig liegt eine tuberkulöse Beteiligung der dorsalen Abschnitte der Wirbelsäule (Pediculus arcus vertebrae, Lamina arcus vertebrae oder Processus spinosus) vor (Abbildung 2 b). Auffallend war eine knöcherne Fusion der Laminae BWK 4 bis 11 ohne Zeichen einer Infektion (49). Bisher war bei keiner derartig extremen Kyphosierung der Wirbelsäule von einer Tuberkulose die Rede, sowohl in der paläopathologischen Literatur als auch in klinischen Studien (2, 4, 9, 11, 23, 26, 33, 41, 42). Als maximale Kyphosierung wurden Werte zwischen 120 bis 140 Grad genannt (33, 41). Dabei wird ein Krankheitsbeginn vor dem zehnten Lebensjahr vorausgesetzt, denn durch das Wachstum der dorsalen Wirbelsäulenabschnitte bei destruierten Wirbelkörpern wird die kyphotische Fehlstellung der kindlichen Wirbelsäule verstärkt (33, 41). Bei dem präsentierten Fall aus dem frühen Mittelalter wird daher eine mehrjährige Erkrankung mit einem Beginn vor dem zehnten Lebensjahr vermutet. Über die Todesursache kann allerdings nur spekuliert werden.
Unspezifische Entzündungen und rheumatische Erkrankungen
Die ankylosierende Spondylitis ist eine entzündlich rheumatische Erkrankung mit bevorzugter Manifestation an der Wirbelsäule. Der Morbus Bechterew lässt sich aufgrund seiner typischen Knochenveränderungen an Skeletten aus früheren Zeiten relativ sicher feststellen, insbesondere im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung. Einige Fälle von Spondylarthritis ankylopoetica werden in der paläopathologischen Literatur vorgestellt (2). Aus dem frühen Mittelalter liegt ein Fall mit Bandverknöcherung und Ankylosierung der kleinen Wirbelgelenke und Kostovertebralgelenke der Wirbelsäule bis auf die obere HWS vor (9, 47, 48). Es handelt sich daher um einen weit fortgeschrittenen Krankheitsverlauf ohne Beteiligung der Hüftgelenke (Kniegelenke liegen nicht vor). Ohne entsprechende Fürsorge ist ein derartiger Krankheitsverlauf über viele Jahre schwer vorstellbar. Derartig fortgeschrittene Krankheitsverläufe werden selten in paläopathologischen Fallberichten dokumentiert.
Darüber hinaus konnten zwei Fälle einer Spondylodiszitis im Bereich der Lendenwirbelsäule festgestellt werden (47). Im ersten Fall lag eine nicht ausgeheilte Entzündung mit osteolytischen Destruktionen der Deckplatte von LWK 5 bei einem 50 bis 60 Jahre alten Mann vor. Im zweiten Fall konnte ein Blockwirbel LWK 4/5 nach abgelaufener Spondylodiszitis (möglicherweise Brucellose) beobachtet werden.
Frakturen
In heutiger Zeit werden besonders häufig Frakturen der unteren HWS und des thorakolumbalen Übergangs (BWK 12 und LWK 1 in 64 Prozent) beobachtet (15). Im pharaonischen Ägypten wurde das Krankheitsbild einer traumatischen Querschnittslähmung erstmalig mit einer schlechten Prognose beschrieben (18). Frakturen des Schädels oder der langen Röhrenknochen werden in der paläopathologischen Literatur häufig mitgeteilt, wohingegen Frakturen der Wirbelsäule selten publiziert werden (2, 9, 14, 37, 46, 47, 48). Bei der Untersuchung war bei je einem LWK 1 und LWK 2 eine Kompressionsfraktur der Deckplatte des Wirbelkörpers festzustellen (47). Eine Beteiligung der Hinterkante des Wirbelkörpers lag in beiden Fällen nicht vor, weshalb neurologische Ausfallserscheinungen unwahrscheinlich sind. Die Spongiosa der frakturierten Wirbelkörper war deutlich reduziert, was auf osteoporotisch bedingte Frakturen schließen lässt. Das Sterbealter der beiden Individuen lag bei 40 bis 50 Jahren. Neben diesen beiden auch in heutiger Zeit häufig beobachteten Frakturen des thorakolumbalen Übergangs konnte eine Densfraktur (Typ 2 nach Anderson und D'Alonzo) mit Pseudarthrose festgestellt werden (48). Heutzutage kommt es in 15 Prozent der HWS-Frakturen zu einer Densfraktur. In der paläopathologischen Literatur ist dieser Frakturtyp bisher nicht dokumentiert.
Der älteste Fall einer Wirbelfraktur
Im Sommer 1931 wurden von Gustav Riek in der Vogelherdhöhle bei Stetten ob Lonetal (nordöstlich von Ulm) Skelettreste von zwei anatomisch modernen Menschen geborgen (35). Durch Radiokarbondatierung war eine Einschätzung des Alters des Skelettes „Stetten 1“ auf 34 100 Jahre vor unserer Zeit möglich (8, 16). Die Skelettreste sind daher einer der frühesten knöchernen Nachweise für die Anwesenheit des modernen Menschen in Mitteleuropa (Kulturphase: Junge Altsteinzeit; Aurignacien). Nur in Ausnahmefällen werden an archäologischen Fundstellen aus dieser Zeit Menschenreste entdeckt. Jetzige Untersuchungen der erhaltenen Lendenwirbel 3 und 4 des Skelettes „Stetten 1“ ergaben eine laterale Kompressionsfraktur von LWK 4 mit knöcherner Fusion (laterale Spange) von LWK 3 und 4 in kyphotischer Fehlstellung (Abbildung 3 a und b). Eine Beteiligung der Hinterkante des Wirbelkörpers lag nicht vor, neurologische Ausfallserscheinungen sind daher unwahrscheinlich. Die frühesten bisher bekannten Wirbelfrakturen wurden aus dem Neolithikum mitgeteilt (2, 5, 18). Die LWK-4-Fraktur des Skelettes „Stetten 1“ aus dem Paläolithikum ist daher möglicherweise der älteste Fall einer publizierten Fraktur der Wirbelsäule des anatomisch modernen Menschen.
Spondylolysen
Die Prävalenz von Spondylolysen der Interartikularportion beträgt heutzutage vier bis sieben Prozent. Die Spondylolyse entsteht meist aufgrund eines isthmischen Defekts, der auf einen Ermüdungsbruch zurückgeführt wird. Ein kleinerer Teil der Spondylolysen wird auf dysplastische Veränderungen der Wirbelbögen und der Facettengelenke zurückgeführt (17, 27). Eine Spondylolyse mit ein- oder beidseitigem Defekt der Pars interarticularis des Wirbelbogens wurde in der Merowingerzeit bei 3,8 Prozent im Bereich von LWK 4 und LWK 5 beobachtet (47) (Abbildung 4). In der paläopathologischen Literatur geht man von einer Häufigkeit der Spondylolyse von 6 bis 33 Prozent aus (2, 3, 27). Die meisten Alamannen waren Bauern und Krieger in einer Person, eine entsprechende körperliche Aktivität ist daher anzunehmen. Vor diesem Hintergrund lässt sich – mit der nötigen Vorsicht – die niedrige Spondylolyserate im frühen Mittelalter im Vergleich zu anderen früheren Kulturen und der heutigen Zeit deuten. Eine kalorienreiche Ernährung (Durchschnittsgröße der Männer im frühen Mittelalter 174 cm [9]) im Zusammenhang mit körperlicher Aktivität führte zu einem entsprechenden Muskelaufbau. Eine muskuläre Stabilisierung der Wirbelsäule kann daher vermutet werden. Dies ist möglicherweise ein Faktor für die beobachtete niedrige Spondylolyserate.
Degenerative Veränderungen der thorakalen und lumbalen Wirbelsäule
Degenerative Veränderungen sind altersabhängig und nehmen im höheren Lebensalter zu. Neben einer genetischen Prädisposition haben vor allem Geschlecht, Körpergewicht und Traumen darauf einen Einfluss (43, 45). Ein Zusammenhang zwischen schwerer körperlicher Aktivität und lumbalen degenerativen Veränderungen wird in klinischen Studien kontrovers diskutiert (44, 45). Durch aktuelle bioarchäologische Forschung kann ein Zusammenhang zwischen degenerativen Veränderungen der Lendenwirbelsäule und körperlicher Belastung nicht bestätigt werden (6, 21, 25). In klinischen Untersuchungen zu körperlicher Belastung und degenerativen Gelenkerkrankungen bei Ausdauersportlern konnte kein sicherer Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und degenerativen Veränderungen festgestellt werden (24, 31, 44, 50). Allerdings wird auch berichtet, dass die Wirbelsäule kein ideales Modell ist, um körperliche Belastung und degenerative Veränderungen zu untersuchen (22). Dies wird in bioarchäologischen Untersuchungen auf die unterschiedlichen Ausprägungen der physiologischen Lordosen und Kyphosen während des Ganges zurückgeführt (22).
In 5,1 Prozent der Fälle konnte eine Spondylose der BWS und in 24,3 Prozent der LWS im frühen Mittelalter festgestellt werden. Das durchschnittliche Alter lag dabei um die 45 Jahre (47).
In der paläopathologischen Literatur findet man auf die unterschiedlichen Kulturen aus verschiedenen Zeitepochen bezogen sehr unterschiedliche Spondyloseraten der LWS. Sie reichen von 20 bis 60 Prozent (5, 6, 20, 22, 25, 32). Gründe hierfür sind zum einen divergierende Lebenserwartungen, zum anderen aber auch verschiedene Definitionen der Spondylosen oder Spondylarthrosen. In Europa wird heutzutage in 39,4 bis 50,4 Prozent der Fälle zwischen dem 40. und dem 49. Lebensjahr eine Spondylosis deformans der LWS beobachtet (34, 43). Im Vergleich zu der heutigen Zeit oder paläopathologischen Untersuchungen lag im frühen Mittelalter im Südwesten von Deutschland eine niedrige Spondyloserate der Lendenwirbelsäule vor. Die anzunehmenden körperlichen Belastungen in dieser Zeit führten zu keiner erhöhten Rate von degenerativen Veränderungen der Lendenwirbelsäule.
Degenerative Veränderungen der Halswirbelsäule
Die Halswirbelsäule unterliegt anderen physiologischen Belastungen als die Lendenwirbelsäule. Sie wird daher gesondert betrachtet.
Bei 27,5 Prozent der Halswirbelsäulen (das durchschnittliche Sterbealter der untersuchten Personen betrug 43,7 Jahre) konnten degenerative Veränderungen festgestellt werden (48). Degenerative Veränderungen der Wirbelkörper wurden überwiegend im Bereich der unteren HWS angetroffen (HWK 5/6 in 12,4 Prozent und HWK 6/7 in 15,5 Prozent). Im Gegensatz dazu war der mediale (6,1 Prozent) und laterale (0,6 Prozent) Anteil des atlantoaxialen Gelenkes selten degenerativ verändert. Die Facettengelenke von HWK 3/4 bis HWK 6/7 zeigten degenerative Veränderungen in 8,0 bis 11,8 Prozent. Das Facettengelenk HWK 2/3 war signifikant häufig degenerativ verändert (19,7 Prozent). In einem Viertel der Fälle war eine knöcherne Fusion zu beobachten (Abbildung 5).
Von degenerativen Veränderungen der Halswirbelsäule wird heutzutage in 34 bis 66 Prozent der Altersstufe von 40 bis 50 Jahren berichtet (19, 34, 43). In paläopathologischen Studien werden degenerative Veränderungen der HWS in nur 6 bis 30 Prozent beobachtet, allerdings bei unterschiedlichem durchschnittlichen Sterbealter (5, 6, 14). In diesen Kulturen wurde normalerweise keine Last auf dem Kopf getragen (5, 6). Auch bei den Alamannen im frühen Mittelalter ist keine derartige Tradition bekannt. In prähistorischen Kulturen in den südamerikanischen Anden wurden mithilfe einer Bandage um die Stirn schwere Lasten in Körben auf dem Rücken getragen. Es sind mehrere Fälle mit schweren degenerativen Veränderungen der HWS aus dieser Region bekannt, allerdings liegen keine Angaben zur Prävalenz vor (14). Auch in heutiger Zeit werden degenerative Veränderungen der HWS bei bestimmten Berufsgruppen (zum Beispiel bei Minenarbeitern [19] oder Düsenpiloten [28]) häufiger beobachtet. Dies wird auf die Traumatisierung der HWS zurückgeführt (19). Degenerative Veränderungen der Halswirbelsäule im frühen Mittelalter kamen im Vergleich zur heutigen Zeit selten vor. Auffallend ist allerdings die hohe Anzahl von degenerativen Veränderungen der Facettengelenke (HWK 2/3). Dies wurde bisher in keiner paläopathologischen Untersuchung oder klinischen Studie dokumentiert (48).
Schlussfolgerung
Durch körperliche Aktivität konnten Menschen im frühen Mittelalter ihre Existenz sichern. Dies führte nicht zu einer Erhöhung der Spondyloserate. Bei einem Skelett aus dem frühen Mittelalter wurde eine komplette Destruktion von BWK 4 bis 10 mit einer thorakalen Kyphosierung um 170 bis 180 Grad beobachtet. Eine derartig extreme Abweichung der physiologischen Achse der Wirbelsäule bei einer Tuberkulose ist bisher nicht beschrieben worden. Maligne Erkrankungen der Wirbelsäule waren bei den Skeletten aus dem frühen Mittelalter nicht festzustellen. Die Knochenpathologie der lumbalen Wirbel des Skelettes „Stetten 1“ aus dem Paläolithikum ist typisch für eine Kompressionsfraktur. Möglicherweise ist dies der älteste Fall eines publizierten spinalen Traumas des anatomisch modernen Menschen.

Manuskript eingereicht: 15. 10. 2003; revidierte Fassung angenommen: 29. 12. 2003

zZitierweise dieses Beitrags:
Dtsch Arztebl 2004; 101: A 1162–1167 [Heft 17]


Die Zahlen in Klammern beziehen sich auf das Literaturverzeichnis, das beim Verfasser erhältlich oder im Internet unter www.aerzteblatt.de/lit1704 abrufbar ist.

Anschrift für die Verfasser:
Dr. med. Jochen Weber
Neurochirurgische Klinik, Leopoldina Krankenhaus
Gustav-Adolf-Straße 8, 97422 Schweinfurt
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