ArchivDeutsches Ärzteblatt7/1996IPPNW: „Finanzchaos“ hat Konsequenzen

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IPPNW: „Finanzchaos“ hat Konsequenzen

Dauth, Sabine

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LNSLNS BERLIN. Die Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs – Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW) hat angekündigt, Aufgaben und Verantwortlichkeiten innerhalb der Geschäftsführung neu zu regeln. Das geht aus einem Schreiben hervor, das der Vorstand Ende Januar an die Mitglieder verschickt hat. Anlaß waren die Vorwürfe gegen den ehemaligen Geschäftsführer Michael Roelen. Er war zum 31. 12. 1995 aus dem Amt geschieden, weil ihm eine chaotische Finanzpolitik und die private Verwendung von Mitteln der IPPNW zur Last gelegt wurden.
Roelen wurde unter anderem vorgeworfen, IPPNW-Gelder für ein Projekt in Bosnien auf ein sogenanntes Projektkonto Guatemala überwiesen zu haben. Über dieses Konto wurde eine Aktion zur Minenräumung finanziert, die ein privates Unternehmen abwickelte. Außerdem hat Roelen offenbar private Reisekosten und Steuerforderungen im Umfang von etwa 30 000 DM über Konten der IPPNW beglichen.
Vorstandsmitglied Dr. med. Ellis Huber erklärte auf Anfrage, die finanziellen Vorwürfe seien inzwischen weitgehend geklärt. Roelen habe unrechtmäßig verwendetes Geld zurückerstattet. Einem Schreiben des Gesamtvorstands zufolge wird die Kontenprüfung vermutlich im März vollständig abgeschlossen sein. Noch offene Fragen bezögen sich auf die Kontoführung im Auftrag der Minenräumfirma. Dabei gehe es um rund 50 000 DM.
In dem Schreiben an die Mitglieder heißt es unter anderem: "Michael Roelens unvorsichtiger Umgang mit Geld war bekannt. Man wollte jedoch auf seine Arbeitskraft, sein politisches Durchsetzungsvermögen und sein kreatives Handeln nicht verzichten." Huber ist zudem der Auffassung, daß es zu den Transaktionen aus Überforderung gekommen ist: "Ein vorsätzlich angestrebter Betrug wäre nicht so schnell zu entdecken gewesen." th
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