ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2004Kölner Integrationsmodell: KV außen vor

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Kölner Integrationsmodell: KV außen vor

Dtsch Arztebl 2004; 101(19): A-1289 / B-1069 / C-1033

Flintrop, Jens

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LNSLNS Die Barmer hat mit dem Universitätsklinikum Köln und der Rehaklinik Bad Hermansborn einen Vertrag zur Integrierten Versorgung (IV) auf dem Gebiet der Kardiologie und Kardiochirurgie geschlossen. Niedergelassene Kardiologen oder auch Hausärzte sitzen bislang nicht mit in diesem Boot. Man werde aber demnächst Gespräche mit örtlichen Zuweisern führen, sagte Bernd Kuß, Landesgeschäftsführer der Barmer Nordrhein, bei der Vorstellung des Vertrages in Köln. Verhandlungen mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) schloss Kuß hingegen kategorisch aus: „Wir reden nur mit einzelnen Ärzten und Praxen.“
Das Kölner Modell zielt vor allem auf eine Verkürzung der Liegezeiten. Viele herzkranke Patienten warteten derzeit nach einem operativen Eingriff – aus rein organisatorischen Gründen – vier, fünf Tage auf einen Platz in einer Rehaklinik, verdeutlichte Prof. Dr. Erland Erdmann, Direktor der Klinik III für Innere Medizin: „Das kann man besser machen.“ Im Rahmen des IV-Vertrages garantiert die Rehaklinik Bad Hermansborn, allen Barmer-Versicherten jederzeit einen Platz bereitzustellen. „Jedes Bett in einer Universitätsklinik ist teurer als ein Bett in einer Rehaklinik“, unterstrich Prof. Dr. Rainer de Vivie, Direktor der Herz- und Thoraxchirurgie.
Weitere Eckpunkte des Vertrages: Die Vergütung erfolgt über Komplexpauschalen, in denen die Kosten für alle Leistungen des Universitätsklinikums, der Rehaklinik und ergänzender Nachsorgemaßnahmen zusammengefasst sind. Versicherten, die an dem Pilotprojekt teilnehmen, erstattet die Barmer 50 Prozent der Zuzahlungen (maximal bis zu 150 Euro). Auf den kardiologischen Eingriff gibt das Klinikum eine Gewährleistungsgarantie von zwei Jahren.
Auf die Frage, ob die Barmer den ambulanten Bereich bewusst ausgegrenzt habe, antwortete Kuß: „Nein, aber wir mussten ja irgendwo an-fangen.“ Der Landesgeschäftsführer zeigte sich optimistisch, niedergelassene Ärzte zu finden, die sich an dem Modell beteiligen. Diesen ist zu raten, sich in den Verhandlungen mit den ausgebufften Kassenmanagern externen Rat zu holen, zum Beispiel bei der KV Nordrhein Consult. Dass die Barmer die KV und deren Beratungs-Know-how bewusst außen vor lassen will, sollte den Ärzten zu denken geben. Jens Flintrop
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